98-Jähriger aus Tirschenreuth überlebt Corona

Er hat nicht nur die Kriegsgefangenschaft in Afrika und den Krebs überlebt: Alfred Kappauf ist nun auch genesener Coronapatient – und dabei fast 100 Jahre alt.
von  Elisabeth Schätzler
Alfred Kappauf hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Mittlerweile geht es dem 98-Jährigen aber wieder gut.
Alfred Kappauf hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Mittlerweile geht es dem 98-Jährigen aber wieder gut. © Kappauf/exb

Tirschenreuth - Enkel David Kappauf und der Rest der Familie freuen sich: Opa Alfred ist zwar noch schwach, aber wieder gut im Senioren-Servicehaus in Fuchsmühl im oberpfälzischen Landkreis Tirschenreuth angekommen. Nach 14 Tagen im Krankenhaus hat er sein Zimmer, das er sich mit Ehefrau Monika teilt, wieder bezogen – nachdem er an Covid-19 erkrankt war.

"Mein Opa hat schon viel mitgemacht", sagt David Kappauf. Unter anderem war er während des Zweiten Weltkriegs in Afrika in Gefangenschaft, sein Boot wurde dort versenkt. "Er war einer von 500 Überlebenden", erzählt der Enkelsohn. Außerdem war er an Malaria erkrankt. Auch eine Krebserkrankung im hohen Alter habe er "weggesteckt". "Mein Opa ist einfach eine Frohnatur", sagt der Enkel. Bis zum 95. Lebensjahr habe sich der Großvater noch selber versorgt, dann sei er ins Heim gezogen.

Corona-Infektion wurde zufällig beim Rentner entdeckt

Der 98-Jährige hört nicht mehr so gut, deshalb erzählt der 30-Jährige, wie es seinem Großvater während seiner Corona-Infektion ergangen ist. Dass bei Alfred Kappauf Covid-19 festgestellt wurde, "war ein Zufallsfund", berichtet der Enkel.

Und das kam so: Am 1. April stürzt Alfred Kappauf, weil er sich schwach fühlt, außerdem klagt er über Bauchschmerzen. Er kommt ins Krankenhaus nach Marktredwitz. "Es war Zufall, dass dabei auch die Lunge untersucht wurde", sagt Enkel David. Dabei zeigen sich typische Corona-Merkmale. Davids Vater Helmut, der Sohn des 98-jährigen Alfred, arbeitet als Pfleger in der Marktredwitzer Klinik und veranlasst laut dem 30-Jährigen die Verlegung ins Krankenhaus nach Selb.

Dass er sich mit dem Coronavirus infiziert hat, teilt ihm Sohn Helmut mit. "Darauf hat mein Opa gefragt: ,Das war’s jetzt, oder?’", erzählt David Kappauf. Sein Vater sagt dem Senior, dass er das schon schaffe – wohl in dem Bewusstsein, dass das ob des hohen Alters nicht sehr wahrscheinlich sein könne. "Aber das konnte mein Vater meinem Opa ja so nicht sagen", findet Enkelsohn David.

"Wir haben schlimmen Verlauf erwartet, aber er ist nicht gekommen"

Nach der Verlegung nach Selb bekommt Alfred Kappauf leichtes Fieber, auf die Intensivstation muss er aber nicht. "Er hat nur Sauerstoff bekommen", berichtet der Enkelsohn. "Er wollte auch schon wieder heim", erzählt er und muss über den Optimismus seines Großvaters lachen. "Wir haben alle schon auf einen schlimmen Verlauf gewartet", sagt Enkel David. "Aber der ist nicht gekommen."

Nachdem der letzte Test negativ ausgefallen ist, kann der 98-Jährige nach zwei Wochen wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden. "Er ist zwar jetzt immun, besuchen dürfen wir ihn aber dennoch nicht", sagt der Enkel bedauernd. Alfreds Ehefrau Monika hat sich übrigens nicht bei ihrem Ehemann mit dem Virus angesteckt. David Kappauf beschreibt seinen Opa als lustigen Menschen. Und der hat noch viel vor: "Den Brief von Bundespräsident Walter Steinmeier zum 100. Geburtstag wolle er sich auf jeden Fall noch holen, sagt er immer." Und: "Er ist lebensfroh und will weiterleben." Was der Großvater auch immer wieder betone: "Ach, die 100 mach ich noch voll."

Auch ihre Geschichten machen Mut und Hoffnung in Corona-Zeit

Artistik-Training im Messelager: Sporthallen sind geschlossen – für die Münchner Artistin Ella Hummel ist das aber kein Grund, auf ihr Training zu verzichten. Die 20-Jährige hat ihre Trainingsstätte an der Artistik-Uni in Tilburg in den Niederlanden gegen die Lagerhalle eines Messebauers in Ismaning getauscht. "Für mich ist es super, dass ich überhaupt einen Ort habe zum Trainieren. Ich habe das so vermisst, mich gescheit zu bewegen."

Lachseminar gegen Corona-Koller: Wem die Decke auf den Kopf fällt, der kann momentan regelmäßig im Videochat an Lachseminaren des Lachclubs am Münchner Westpark teilnehmen, sagt Lachtrainerin Cornelia Leisch. "Es geht darum, aus dem Kopf herauszukommen. Das passiert, wenn man atmet und wenn man lacht."

Lehrerin übernimmt Miete für Buchladen: Die Münchner Lehrerin Ulrike Pauli hat kurzerhand eine Monatsmiete für eine Buchhandlung in Sendling übernommen, in der sie selbst gerne einkauft. Sie hat die Website "Helfer in der Krise" ins Leben gerufen. Hier könnten sich kleinere Läden und Hilfsbereite miteinander verbinden, so Pauli.

Lesen Sie hier: Münchner Flughafenpolizist an Corona gestorben