Tod mit 61 Gehirntumor! Ludwig-II-Regisseur Peter Sehr ist tot

Peter Sehr mit seiner Frau Marie Noëlle bei der Premiere von „Ludwig II“. Foto: cinetext

Ein intellektueller Kämpfer: Der Regisseur Peter Sehr ist tot. Der Münchner stirbt im Alter von 61 Jahren an einem Gehirntumor. Sein größtes und letztes Projekt: Ludiwg II.

Er hatte diese ruhige, besonnene Art, die jeden für ihn einnahm. Aber dann, wenn es um Politik oder Geschichtsvergessenheit ging, flammte in ihm Leidenschaft auf, Leidenschaft für eine bessere Gesellschaft. Sein Traum, dass Kunst die Menschen besser machen könnte, teilte er mit jemandem, dem er sein größtes und leider letztes Projekt widmete: König Ludwig – wieder ein Film, den er zusammen mit seiner Frau verwirklichte.

Am Mittwoch starb der Münchner Regisseur Peter Sehr im Alter von 61 Jahren an einem Gehirntumor. Peter Sehr war ein engagierter Autorenfilmer, der erst nach seinem Studium und einigen Jahren in der Forschung als promovierter Biophysiker zum Film fand.

1988 gründete Sehr mit seiner Frau Marie Noëlle in München eine eigene Produktionsfirma, die P’Artisan - ein wunderbares Wortspiel aus Kunst und nimmermüdem Angriff auf unsere Bequemlichkeit. Die schüttelte er gleich drei Jahre später durch, mit seinem Spielfilmdebüt, der Verfilmung der Erzählung von Siegfried Lenz: „Das serbische Mädchen“ – mit Ben Becker als verantwortungslosem Aufreißer und Mirjana Jokovic, die sich durchkämpft.

Peter Sehr war bereits mit seinem Debütfilm nominiert für den Bundesfilmpreis.Gleich beim nächsten Film ging es wieder um Kampf und Ausgrenzung: „Kaspar Hauser“ mit André Eisermann wurde Sehrs größter Erfolg mit 400 000 Zuschauern. Den suchten Sehr immer abseits des bequemen Mainstreams. Seinen gehobenen Kinoanspruch bewies er auch als Mitbetreiber des Arri-Kinos. Für „Love The Hard Way“ mit Adrien Brody erhielt er in Locarno 2001 den Silbernen Leoparden.

Mit dem spanischen Bürgerkriegsdrama „Die Frau des Anarchisten“, das die Familiengeschichte seiner Frau erzählt, mit der er den Film auch realisierte, gewann er 2008 den Bernhard-Wicki-Preis. Sehr war ein Intellektueller, der seine Kunst auch an Filmstudenten an der Münchenr HFF und in Ludwigsburg weitergab. Auch die Franzosen ehrten ihn, der auch einen Wohnsitz in Paris hatte, mit dem Ritterorden der Kunst und Literatur.

 

 

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