Koch Oliver Esch (39) überzeugte mit seinem Rezept bei einem Wettbewerb in Sapporo.

NÜRNBERG Die hohe Kunst des Sushi-Rollens, die bleibt – so meinen die meisten – wohl auf ewig den Japanern vorbehalten. Nur die könnten, meint der Laie, die Kompositionen von Fisch, Tang, Reis und Rettich so geschmack- und stilvoll anrichten. Der Franke, der sollte doch lieber bei seinen Bratwürsten bleiben, auf dem Gebiet ist er schließlich ausgewiesener Meister. Dass jedoch auch beides zusammen möglich ist, hat jetzt Sushi-Meister Oliver Esch (39) bewiesen.

Am Sushi-Brett ist der Nürnberger ein alter Hase, seit zwölf Jahren bereitet er die Köstlichkeiten im „Sushi Glas“ am Kornmarkt zu. Er erfand jetzt die „Bratwurst-Rolle“, international auch „Nuremberg Roll“ genannt. Und die beeindruckte die Experten aus Japan derart, dass Eschs Rezept bei einem weltweiten Wettbewerb den vierten Platz machte!

Zwei Nürnberger passen genau in eine Rolle

Die Stadt Sapporo hatte den Wettbewerb ausgerufen. Ziel war, eine Rolle zu erfinden, die wie die „California Roll“ einen weltweiten Siegeszug antreten könnte. Die Kalifornien-Rolle (Garnele, Avocado, Gurke, Fliegenfischkaviar) kennt jeder Sushi-Fan.

Esch also probierte los. Und schickte dieses Rezept samt Bild nach Japan: Frischkäse, frisch geriebener Meerrettich, zwei gegrillte Nürnberger, der Reis umhüllt mit Bärlauch. „Die Nürnberger sind ideal: Zwei passen genau in eine Rolle“, so Esch. Und dass Japaner Knoblauch lieben, weiß er von seinen Besuchen dort.

Tatsächlich beeindruckte der Franconian Style die Jury derart, dass Esch Platz 4 belegte – von 66 Rezepten weltweit! „Das hat mich sehr gefreut“, sagt Esch und betrachtet versonnen die Medaille.

Noch müssen sich Sushi-Fans gedulden: Die Nämberch-Rolle steht erst auf dem Speiseplan, wenn der Bärlauch sprießt – also im Juni. Bis dahin sei ein Besuch im Sushi Glas empfohlen. Denn Esch hat noch mehr als die Bratwurst-Rolle erfunden. sw