„Hammer & Nagel“ am Viktualienmarkt Jetzt in München: Nagelstudio für Männer

„Wir wollen einen Gegenentwurf zu den pink-schrillen Nagelstudios bieten“: Ein Blick ins „Hammer & Nagel“. Es ist für, nun ja, Kerle gedacht und gemacht. Foto: Dirk Tacke

Nagelstudios sind für Frauen da, jedenfalls üblicherweise. In München hat nun der erste Salon nur für Männer eröffnet. Die AZ hat sich umgesehen

München - Nix für Mädels! Im neuen Nagelstudio „Hammer & Nagel“ am Viktualienmarkt, vis-à-vis der Schrannenhalle, sucht man vergebens nach den branchenüblichen Buddha-Figuren, Orchideen-Arrangements und Rosa-Tönen, in deren Ambiente sich die Damenwelt sonst so ihre Nägel pflegen lassen.

Stattdessen erinnert der Laden eher an eine kernige Biker-Werkstatt – mit gedämpftem Licht, Klicksteinwänden, Hobelbank und jeder Menge Testosteron-Spielzeug. Bewusste Stilelemente, um die Damenwelt abzuschrecken, denn Deutschlands erste Werkstatt für Männerhände richtet sich bewusst nicht an Frauen.

Im „Hammer & Nagel“ werden nur Männer-Hände und -Füße poliert. „Wir wollen einen Gegenentwurf zu den pink-schrillen Nagelstudios bieten – sozusagen die Harley-Davidson unter den Nagelstudios“, so Geschäftsführer Philipp Pechstein (47), der die Idee zum Testosteron-Studio aus Los Angeles mitgebracht hat. Pechstein: „Bei unseren Behandlungen sollen sich Kerle wie Kerle fühlen. In entspannter Atmosphäre, an einem Ort, wo sie unter sich sind, ohne den belächelnden Blicken von Frauen ausgesetzt zu sein, die sich am Nachbartisch die Nägel lackieren lassen.“

Lesen Sie hier: Wiesn-Platzkampf: Mehr Chancen für Münchner

Mit Preisen zwischen 18 Euro für „Die Schnelle Nummer“ und 48 Euro für „Das Hammer-Ding“ rangiert der Laden im gleichen Preissegment wie die Top-Nagelstudios für Damen. Behandelt wird in großen Couchsesseln aus Büffelleder, und damit es mit der Entspannung auch wirklich klappt, wird ab 16 Uhr auch gerne mal ein Bierchen gereicht. Übrigens aus Damenhand, denn das Hammer-Team besteht dann doch ausschließlich aus Frauen. Ganz ohne geht es halt doch nicht. Die AZ hat sich unter den Kunden einmal umgehört.

Hammer & Nagel, Blumenstraße 3, & 089-2420 6200

 

„Pflege für die wunden Füße“

 

Für Mauro Moisé (42), den Besitzer von Müllers Saftstand am Viktualienmarkt, ist es der erste Nagelstudio-Besuch seines Lebens: „Ich finde es super, dass es so was endlich auch für Männer gibt. Einen von diesen normalen Frauenläden würde ich nie betreten, weil ich mir da komisch vorkäme. Dabei sind Hand- und Fußpflege bei mir ein wichtiges Thema, da ich den ganzen Tag am Saftstand die Füße wundstehe und meine Hände von der Fruchtsäure stets stark beansprucht werden. Ich brauche oft ewig, bis ich die Granatapfel-Farbe abbekomme. Umso erfreulicher, dass ich jetzt in der Nachbarschaft die Möglichkeit habe, mir nach Feierabend ab und zu mal ein bisschen Pflege zukommen zu lassen.“

 

 

„In Frauensalons traue ich mich nicht“

 

Marko Huth (45), der Wirt vom „Zum Goldenen Kalb“, freut sich über den neuen Nachbarn: „Ich lege sehr viel Wert auf gepflegte Hände. Das ist neben gepflegten Zähnen die wichtigste Visitenkarte, nicht nur im Geschäft, sondern auch bei den Frauen. Trotzdem habe ich professionelle Dienste bisher immer nur beim Urlaub in Wellness-Hotels in Anspruch genommen. Im Alltag habe ich das sonst immer selber gemacht, da ich mich in die üblichen Frauensalons nicht reintraue. Das ist mir zu viel Chi-Chi, da komme ich mir als Kerl blöd vor. Bei meinem neuen Nachbarn ist das anders, da braucht man sich nicht genieren, der Laden ist einfach nur lässig.“

 

 

 

„Entspannen bei einem Bierchen“

 

Für den IT-Experten Stefan Z. (38) gehört professionelle Pflege seit jeher zum Alltag: „Ich gehe schon seit langem alle zwei Wochen zu Maniküre und einmal im Monat zur Pediküre. Das gehört für mich genauso zum Alltag wie die Morgenhygiene und der Besuch beim Friseur. Da ich in meinem Beruf viel Kundenkontakt habe, ist mir ein gepflegtes Äußeres sehr wichtig. Aber ich finde es natürlich viel cooler, in solch einer entspannter Partykeller-Atmosphäre behandelt zu werden, als in einem Neon-Laden zwischen lauter Frauen zu sitzen. Hier kann man auch mal mit einem Kumpel vorbei schauen und bei einem Bierchen entspannen. Ich find’s herrlich.“

 

„Mich hat das Design angesprochen“

 

Der Werbeagentur-Inhaber Patrick Huckert (33, „Wir Hoch Vier“) hat bisher immer selber gefeilt: „Ich bin Ersttäter, weil ich mich bisher immer geniert habe, einen Schönheitssalon zu betreten. Als Art Director hat mich das Design des Ladens sofort angesprochen. Das hat eine Barriere gebrochen, und ich werde diese Dienste zukünftig öfter in Anspruch nehmen. Gepflegte Hände sind mir wichtig, weil ich viel Kundenkontakt habe und bei Präsentationen einen guten Eindruck machen möchte. Außerdem stehen die Frauen auf gepflegte Hände – und beim Klavierspielen hilft es auch.“

 

  • Bewertung
    8

JETZT LESEN

14 Kommentare

Kommentieren

  1. null