Kritik zum Kölner Tatort: Trotz starker Grundidee recht zäh

"Kannst du nicht einfach mal Dienst nach Vorschrift machen?", fragt die Schwester genervt. Nein, kann er nicht, der Polizist Frank Lorenz. Wir wissen: Wer sich nicht an die Vorschriften hält, wird entweder zum Helden oder zur tragischen Figur. Dieser Kölner "Tatort" (Regie: Sebastian Ko) erzählt von einer Tragödie, deren ganzes Ausmaß sich erst kurz vorm Schluss zeigt.
| Philipp Seidel
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Die Kommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt, li.) und Freddy Schenk (Dietmar Bär, re.) befragen den Polizisten und Augenzeugen Frank Lorenz (Roeland Wiesnekker).
dpa/Martin Valentin Menke Die Kommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt, li.) und Freddy Schenk (Dietmar Bär, re.) befragen den Polizisten und Augenzeugen Frank Lorenz (Roeland Wiesnekker).

"Weiter, immer weiter" (Drehbuch: Arne Nolting und Jan Martin Scharf) funktioniert nach den gleichen Mechanismen wie Ron Howards Drama "A Beautiful Mind" mit Russell Crowe – ohne freilich auch nur annähernd dessen Größe und Tiefe zu erreichen. Und mit dem Unterschied, dass wir uns nicht in der Welt der hohen Mathematik bewegen, sondern in der schmutzigen Welt der Kölner Streifenpolizisten, die sich beschimpfen und vollkotzen lassen müssen.

Tatort-Kritik zu "Weiter immer weiter"

Aber auch hier gilt: Nur weil wir Zuschauer etwas sehen, heißt das nicht, dass es auch real ist. Fest steht immerhin: Bei einer Fahrzeugkontrolle ist der Fahrer aus dem Auto und vor eine Straßenbahn gesprungen. Roeland Wiesnekker ist eine großartige Besetzung für diesen Mann, der Grobheit und Verletzlichkeit gleichermaßen in sich trägt. So ist als Zuschauer man lange geneigt, sich auf seine Seite zu schlagen, bis seine vielen Extratouren irgendwann auch uns nerven.

Das Psychospiel ihres Kollegen entzweit auch die beiden Kommissare Schenk (Dietmar Bär), der Lorenz aus früheren Zeiten kennt, und Ballauf (Klaus J. Behrendt). Irgendwann hat man das kumpelhafte "Schenki" auch oft genug gehört.

Nebenbei treffen wir noch ein paar junge Herren, die nicht viel gebacken kriegen im Leben und sehr schön zeigen, weshalb man von Drogen besser die Finger lässt. Der Weg zur Erkenntnis ist aber trotz einer starken Grundidee recht zäh.

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