Weitspringerin Mihambo mit fast sieben Metern ins Finale

Malaika Mihambo ruht in Tokio in sich. Trotz dieser komplizierten Suche nach dem optimalen Anlauf. Ein Dauerthema der Weitspringerin. Rechtzeitig zum Olympia-Showdown packt Mihambo fast die sieben Meter.
| Von Martin Moravec, Andreas Schirmer und Ulrike John, dpa
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Weitspringerin Malaika Mihambo ist locker ins Finale eingezogen.
Weitspringerin Malaika Mihambo ist locker ins Finale eingezogen. © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa
Tokio

Völlig relaxed nahm die deutsche Gold-Hoffnung Malaika Mihambo in den Katakomben des Olympiastadions von Tokio auf einem Hocker Platz und wartete auf die nächste Fragerunde.

Dann erklärte die Weltmeisterin im Weitsprung von 2019, die so komplizierte Suche nach ihrem optimalen Anlauf doch noch rechtzeitig für beendet.

"Es ist eine Selbstbestätigung"

"Ich bin sehr froh, dass es im Dritten endlich mal gepasst hat. Es war seit einem halben Jahr der erste Sprung, der auf dem Brett war", erläuterte die in sich ruhende Mihambo nach ihrem Einzug ins Finale. Mit 6,98 Meter sprang sie so nah wie bisher in dieser Saison noch nicht an die Sieben-Meter-Marke. "Ich war mir sicher, dass die Weiten auch kommen, wenn ich mal auf dem Brett bin. Es ist eine Selbstbestätigung, weil ich keinen Zweifel daran hatte", sagte Mihambo, die in der Qualifikation nur von der Serbin Ivana Spanovic (7,00) übertroffen wurde.

Die Vierte von Rio de Janeiro 2016 hatte im vergangenen Jahr ihren Anlauf nach einer Verletzung zur Schonung von 20 auf 16 Schritte verkürzt. Kurz vor Olympia hatte Mihambo noch immer sichtlich Probleme, wieder über gut 40 Meter in den Rhythmus zu kommen. "Ich bin froh, dass ich einen Anlauf gefunden habe, der gepasst hat. Das Selbstvertrauen ist da", befand die 27-Jährige am Sonntag.

Qualifikationsergebnisse will sie nicht über- oder unterbewerten. Komplett reibungslos lief das Warmspringen für den erhofften Coup am Dienstag (03.50 Uhr/MESZ) nicht. "Es war schwierig", räumte Mihambo ein. "Beim ersten Sprung war ich ein bisschen zu weit weg. Beim zweiten Sprung hat's eigentlich gepasst, aber ich war mit dem Körperschwerpunkt zu tief, bin dann im Absprung sogar weggeknickt." Nummer drei war dann der Feel-Good-Versuch.

Glaube an sich selber

Als Befreiungsschlag wollte Mihambo den Fast-Sieben-Meter-Satz nicht verstanden wissen. Dafür ist sie zu selbstbewusst. "Ich habe an mich geglaubt, von daher musste ich mich nicht befreien. Es war schön zu sehen, dass man dann das richtige Gefühl hat", sagte sie. "Das sind super Voraussetzungen, um im Finale zu springen."

Einen Medaillenwettkampf am Vormittag (Ortszeit) hatte sie noch nicht. Im Glutofen Olympiastadion bei mehr als 30 Grad und Sonne satt dürfen die Weitspringerinnen aber wenigstens auf der Schattenseite ran. Mihambo ist nach eigener Einschätzung langsam "im Flow". Man sehe, "der Anlauf passt langsam und dann kommen die Weiten auch, dann kommt man so richtig ins Springen."

Vielleicht so wie 2019, als sie sich mit 7,30 Metern Gold in Doha schnappte. "Der Körper vergisst nichts, von daher ist die 2019er Saison auch nicht draußen", sagte die zweimalige "Sportlerin des Jahres". Das damalige Gold-Feeling in diesem Finale anzusteuern, kann ja nicht schaden. "Mein Ziel wäre es, dass ich ein sehr glückliches Gefühl in mir habe", äußerte Mihambo ihre Wunsch-Aussicht. "Dafür werde ich mein Bestes geben, damit ich mit einem Strahlen vom Platz gehen kann."

Maryse Luzolo vom LV Königstein verpasste das Finale. Die 26-Jährige (6,54) war von ihrem Olympia-Debüt dennoch begeistert. "Jetzt stehe ich doch hier, ich hab's geschafft, ich bin hier gesprungen und habe mein Bestes gegeben", sagte Luzolo, die lange von Verletzungen geplagt wurde. "Es hat zwar nicht ausgereicht, aber trotzdem kann ich sagen, dass ich sehr stolz bin."

© dpa-infocom, dpa:210801-99-645132/3

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