Union noch ohne Kruse-Faktor - Augsburg holt Sieg in Berlin

Union Berlin setzt große Hoffnungen in Max Kruse. Bei seinem Debüt für die Eisernen kann der Ex-Nationalspieler aber die Wende gegen Augsburg als Joker nicht erzwingen. Der FCA ist deutlich effektiver und feiert in der Alten Försterei seinen ersten Sieg.
| Von Arne Richter, dpa
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
Empfehlungen
Ruben Vargas (2.v.l.) erzielt das 1:0 für den FC Augsburg gegen Berlins Torwart Andreas Luthe (M).
Ruben Vargas (2.v.l.) erzielt das 1:0 für den FC Augsburg gegen Berlins Torwart Andreas Luthe (M). © Andreas Gora/dpa
Berlin

Max Kruse hat bei seinem Bundesliga-Comeback nach 504 Tagen einen Fehlstart des 1. FC Union Berlin nicht verhindern können. Der Top-Zugang der Eisernen wurde am Samstag beim 1:3 (0:1) gegen den FC Augsburg nach 70 Minuten eingewechselt, konnte aber die Niederlage nicht mehr abwenden.

Ruben Vargas (41.), Michael Gregoritsch (82.) und André Hahn (89.) sorgten mit ihren Toren für den ersten Sieg des FCA in der Fußball-Bundesliga gegen Union und einen perfekten Saisonauftakt des Teams von Trainer Heiko Herrlich. Kurz nach der Einwechslung von Kruse hatte Marius Bülter (75.) mit seinem Ausgleich für Berliner Hoffnung gesorgt.

Erstmals seit einem halben Jahr waren immerhin wieder rund 4500 Zuschauer im Stadion an der Alten Försterei. Die Union-Anhänger bestätigten ihr Image als lautstarke, leidenschaftliche Fans. Das zu gut einem Fünftel gefüllte Stadion im Osten Berlins erlebte wieder weit mehr als nur einen Hauch großer Fußball-Stimmung.

"Fußball-Gott", schallte es schon vor dem Anpfiff durch das Stadion. Gemeint war aber kein Unioner. Die Huldigung galt Gäste-Torwart Rafal Gikiewicz, der gleich in seinem ersten Liga-Spiel für den FCA an seine alte Wirkungsstätte zurückkehrte. Der Stadionsprecher gewährte dem einstigen Kultkeeper mit einer Kunstpause beim Verlesen der Aufstellungen die Ovationen der Fans.

Gikiewicz konnte die Atmosphäre entspannt genießen - und zwar auch noch lange nach dem Anpfiff. Die Berliner Offensivharmlosigkeit war frappierend. Nach dem Abgang von Toptorjäger Sebastian Andersson nach Köln und der Verletzung von Anthony Ujah durfte Marcus Ingvartsen als Spitze ran. Der einzige Schuss des Dänen (19.) ging vorbei. Gikiewicz blieb beschäftigungslos.

Für Union lief es denkbar schlecht. Antreiber Christian Genter (25.) musste früh verletzt raus. Trainer Urs Fischer brachte aber nicht Kruse für die zentrale Position, sondern den deutlich defensiver orientierten Sebastian Griesbeck. Augsburg war agiler, ohne den ganz großen Druck zu entfachen. Als sich Raphael Framberger über rechts energisch durchsetzte, konnte Vargas problemlos einköpfen. Andreas Luthe war beim Tor seines Ex-Kollegen machtlos.

Wie würde Union antworten? Bülter (48.) schlenzte den Ball über das Tor. Wieder war Gikiewicz nicht gefordert. Kruse machte sich derweil mit den anderen Reservisten warm. Impulse nach vorne hätten die Berliner nun dringend benötigt. Augsburg verwaltete den Vorsprung nur recht sachlich. Union spielte erstaunlich oft im Rückwärtsgang.

Als sich Kruse seiner Trainingsjacke entledigte ging ein Raunen durchs Stadion. Zwei Minuten nach seiner Einwechslung musst Gikiewicz tatsächlich das erste Mal eingreifen, um sich den Ball vor dem heranstürmenden Kruse zu packen. Als Bülter wenig später traf, schien der Kruse-Faktor zu wirken, aber in die Berliner Euphorie traf Gregoritsch doch zur erneuten Augsburger Führung. Hahns Tor kurz vor Schluss machte den Union-Fehlstart perfekt.

© dpa-infocom, dpa:200919-99-628895/2

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen Empfehlungen