Türkgücü München: Neu-Trainer Ruman kämpft um Sararer

"Wir brauchen mehr Gelassenheit": Geschäftsführer Max Kothny schlägt bei der Vorstellung des neuen Trainers Petr Ruman ganz zurückhaltende Töne an. Der Coach kämpft um Verbleib von Sercan Sararer.
von  Matthias Eicher
Neu bei Türkgücü: Petr Ruman.
Neu bei Türkgücü: Petr Ruman. © imago images / Zink

München – Glaubt man einem geläufigen Sprichwort, gilt für viele Lebensbereiche: "In der Ruhe liegt die Kraft." In der neuen Drittliga-Saison soll dies selbst für Türkgücü gelten.

 

Neuer Mann an der Seitenlinie, nächster radikaler Umbruch, neues Glück? Der letztjährige Aufsteiger will nach einer turbulenten Premieren-Spielzeit in der dritthöchsten Spielklasse mit dem tschechischen Trainer Petr Ruman durchstarten - und zwar mit gänzlich anderen Methoden. "Das erste Drittliga-Jahr war sehr lehrreich, mit vielen Höhen und Tiefen", sagte Geschäftsführer Max Kothny bei der offiziellen Vorstellung des neuen Chefcoaches: "Wir konnten es den Kritikern anfangs als Underdog zeigen. Je weiter oben wir standen, desto höher ist der Druck auf Mannschaft und Klub geworden."

Türkgücü braucht mehr Ruhe 

Eine der Lehren des Klubs, der nach zwischenzeitlichen Aufstiegshoffnungen noch auf Rang 13 gefallen ist: "Wir müssen den Druck rausnehmen, das Trainerteam erstmal arbeiten lassen. Wir brauchen mehr Gelassenheit und Ruhe, dann kommt der Erfolg von alleine."

In der Ruhe soll also auch die türkische Kraft liegen, die bislang stark von den Launen des unberechenbaren präsidialen Investors Hasan Kivran abhängig war.


Kothny wolle künftig "Schnellschüsse vermeiden", was freilich Erinnerungen an Ex-Coach Alexander Schmidt nahelegt: Der Ex-Löwe war trotz guter Ergebnisse nach seiner ersten Krise entlassen worden - und später mit Dynamo Dresden in die Zweite Liga aufgestiegen.
Nachfolger Ruman wollte zwar noch kein Saisonziel festlegen, doch er teile die "hohen Ambitionen" des Klubs.

Toto-Pokal-Viertelfinale am Sonntag

Und er weiß, dass er trotz der neuen Töne wohl nicht allzu lange Zeit hat, um ein schlagkräftiges Team zu formen: "Wir sind im Trainerteam verantwortlich dafür, wie lange wir hier bei Türkgücü bleiben dürfen. Es liegt an uns, dass wir Vollgas geben."


Kurios: Am Sonntag steht direkt das erste Pflichtspiel an, das Toto-Pokal-Viertelfinale bei Fünftligist TSV Abtswind (16 Uhr). Mit nur 16 Spielern im aktuellen Kader gleich die Gelegenheit, dem lukrativen Einzug in den DFB-Pokal einen großen Schritt näher zu kommen.

Ruman möchte Sararer behalten

Die wesentlich schwerere Baustelle dürfte das zweite Ziel werden, das sich der 44-Jährige vorgenommen hat: Topstar Sercan Sararer von einem Verbleib überzeugen. "Es wäre super, wenn er bleiben würde und den neuen Weg von Türkgücü mitbegleiten würde", meinte Ruman über den Ex-Nationalspieler.

Der machte den Trainingsauftakt zwar mit, befindet sich aber im Rechtsstreit mit seinem Noch-Arbeitgeber und steht vor dem Absprung. Trotz aller versprochener Ruhe.