Kommando zurück: Hauptgesellschafter Kivran bleibt nun doch bei Türkgücü

Der Präsident und Mäzen Hasan Kivran bleibt Türkgücü doch erhalten.
von  Matthias Eicher
"Die Vereinsführung, die große Unterstützung der Fans sowie infrastrukturelle Fortschritte haben mich meine Entscheidung noch einmal überdenken lassen", sagte Hasan Kivran. (Archivbild)
"Die Vereinsführung, die große Unterstützung der Fans sowie infrastrukturelle Fortschritte haben mich meine Entscheidung noch einmal überdenken lassen", sagte Hasan Kivran. (Archivbild) © imago images/Lackovic

München - Überraschende Kehrtwende in der Personalie Hasan Kivran: Der Unternehmer bleibt dem Drittligisten Türkgücü München nun doch als Investor erhalten.

"Die Vereinsführung, die große Unterstützung der Fans sowie infrastrukturelle Fortschritte haben mich meine Entscheidung noch einmal überdenken lassen", sagte Kivran, der zuvor seinen Rückzug als Hauptgesellschafter zum 31. Dezember 2020 bekannt gegeben hatte: "Meine nach wie vor hohe Begeisterung und Leidenschaft für diesen Verein stehen außer Frage."

Hasan Kivran: Hoffnung auf ein Türkgücü-Nachwuchsleistungszentrum

Zuvor hatte Kivran bei "Sport1" gesagt, dass "die Aussicht auf ein Nachwuchsleistungszentrum im Südosten von München" ein Grund für seinen Verbleib sei: "Ich habe immer gesagt, dass ich nicht der Verwalter, sondern der Entwickler dieses Vereins bin. Doch jetzt scheint es eine ernstzunehmende Bereitschaft der Stadt zu geben, dass wir endlich ein Gelände bekommen."

Seit 2016 ist Kivran als Präsident und Wegbereiter bei Türkgücü München aktiv und besitzt 89 Prozent der Anteile an der Türkgücü München Fußball GmbH. Seit seinem Engagement schaffte der Klub den Durchmarsch von der Landesliga über die Bayernliga und die Regionalliga bis in die 3. Liga und damit in den Profifußball. Er bleibt dem Verein nun sowohl als Anteilseigner als auch als Präsident erhalten.

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Max Kothny: "Die letzten Wochen waren extrem intensiv"

Türkgücü-Geschäftsführer Max Kothny zeigt sich erleichtert: "Die letzten Wochen waren nach der Meldung am 23. Dezember extrem intensiv. Während wir Gespräche mit Interessenten an den Anteilen der GmbH geführt haben, war es unsere und auch meine oberste Priorität, die Zusammenarbeit mit Hasan Kivran weiterhin aufrecht zu erhalten."

Kivran habe dem Verein den Weg in den Profifußball bereitet. Kothny: "Ich bin froh, dass er sich durch positive Signale aus dem gesamten Vereinsumfeld dazu entschieden hat, den Verein weiterhin zu unterstützen. In den Gesprächen wurde klar, wie sehr ihm der Verein am Herzen liegt. Trotzdem liegt viel Arbeit vor uns, dass wir diese schwierige Corona-Zeit meistern können."

Max Kothny, Geschäftsführer von Türkgücü München.
Max Kothny, Geschäftsführer von Türkgücü München. © Sven Hoppe/dpa/Archivbild

Alexander Schmidt über Kivran: "Er ist hier unser Boss, unser Mentor"

Kurz vor der offiziellen Mitteilung des Klubs am Samstag hatte Türkgücü-Trainer Alexander Schmidt noch seiner Hoffnung auf den Verbleib des Geldgebers Ausdruck verliehen.

Geht es nach dem Ex-Löwen Schmidt, dann hat der Klub nur mit dem türkischen Unternehmer an der Spitze eine gute Perspektive. Auf die Frage der AZ zur sportlichen wie wirtschaftlichen Zukunft des ersten Migrantenvereins Deutschlands sagte Schmidt am Samstag in der Pressekonferenz vor dem Duell seiner Elf am Montagabend mit Tabellenführer Dynamo Dresden: "Darauf gibt es für mich nur eine Antwort: Hasan Kivran. Er ist hier unser Boss, unser Mentor."

Alexander Schmidt, Trainer von Türkgücü München.
Alexander Schmidt, Trainer von Türkgücü München. © imago images/Oryk HAIST

Er glaube, dass hinsichtlich Kivrans Rückzugs noch nicht das letzte Wort gesprochen sei, so der 52-Jährige: "Ich hoffe einfach, dass er weitermacht. Das wäre einfach wichtig für uns. Sonst wird es schwierig, das sage ich ganz ehrlich."

In den letzten Tagen verkündete Türkgücü bereits den Abgang von vier Spielern, angefangen mit dem Wechsel von Stürmer Tom Boere zu Liga-Konkurrent SV Meppen. Ein Ausverkauf sei dies noch nicht, wie Schmidt klarstellte: Vielmehr müsse man den aufgeblähten Kader verkleinern.