Weigl: "Das waren aufreibende Tage"

Julian Weigl ist vom TSV 1860 zu Bundesligist Borussia Dortmund gewechselt. In einem Interview spricht der 19-Jährige über die Löwen, seinen Wechsel und Zukunft beim BVB. "Der Trainer hat mir erzählt, welche Pläne er mit mir hat"
von  AZ
Ging vom TSV 1860 nach Dortmund: Youngster Julian Weigl.
Ging vom TSV 1860 nach Dortmund: Youngster Julian Weigl. © sampics

München - Er verlängert die Liste der Löwen-Talente, die den TSV 1860 in Richtung Bundesliga verlassen und wechselte für eine Ablöse von 2,5 Millionen Euro zum BVB. Im Interview mit Goal.com spricht Julian Weigl darüber, blickt auf die U20-WM zurück und verrät, wie ihn BVB-Trainer Thomas Tuchel von einem Wechsel überzeugte.

Weigl über...

die Relegation: Das waren natürlich aufreibende Tage. Wir hatten enormen Druck in den Tagen der Relegation, da viele Arbeitsplätze im Verein auf der Kippe standen. Mittlerweile, auch mit dem Abstand, bei der U20-WM in Neuseeland zu sein, habe ich das alles gut verarbeitet. Dadurch, dass wir das Ende positiv gestalten konnten, ist es einfacher gewesen, das Ganze zu verarbeiten.

die Zukunft der Löwen: Ich denke, das war enorm wichtig, dass der Verein in der Zweiten Bundesliga bleibt. Ich habe großes Vertrauen in Torsten Fröhling, den Trainer der Mannschaft. Ich glaube, er wird eine schlagkräftige Mannschaft zusammenstellen, die zumindest wieder attraktiveren Fußball spielen wird, als wir es in der vergangenen Saison gemacht haben. Ich hoffe und glaube, dass die Mannschaft nicht mehr gegen den Abstieg spielen wird.

sein Fazit zur vergangenen Saison: Es war ein Auf und Ab in dem vergangenen Jahr. Ich kann viel mitnehmen, habe viel gelernt. Vor allem, was die Zweikampfführung und die Härte in der 2. Bundesliga angeht. Ich habe mich bei jedem Trainer wieder empfehlen können und meinen Stammplatz erkämpft. Deshalb bin ich dankbar, dass ich die Saison so erleben durfte. Neben den kleinen Tiefs muss man immer das Positive sehen.

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die U20-WM: Es war auf jeden Fall eine kraftaufreibende Saison. Wir hatten durch die Relegation zwei Spiele mehr als die anderen Mannschaften, und ich hatte in der Saison viele Spielanteile. Aber ich bin ganz gut drauf. Wie im Verein legen sie beim DFB großen Wert darauf, dass wir zwischen den Spielen regenerieren. Ich durfte bei der WM in Neuseeland drei Spiele bestreiten und bin gut durchgekommen. Für mich ist es auf jeden Fall eine Bestätigung. Ich habe mir in der Mannschaft einen Stammplatz erkämpft. Das war die gesamte Saison über mein persönliches Ziel, dass ich bei der Weltmeisterschaft spielen darf. Ich habe die Chance, mich mit den Besten in meinem Jahrgang zu messen. Diese Chance bekommt nicht jeder Spieler in meinem Alter.

seinen Wechsel zum BVB: Mein Traum war es immer, in der Bundesliga zu spielen. Die Möglichkeit hat mir der BVB nun geboten. Ich habe gedacht, es ist an der Zeit, den nächsten Schritt zu wagen und meine spielerischen Qualitäten auf der höchsten Bühne zu zeigen. Ich hatte sehr gute Gespräche mit Thomas Tuchel, bei dem ich denke, dass er mich weiterbringen kann. Es ist eine Ehre, unter ihm zu trainieren. Aber auch von den Spielern dort kann man viel lernen. Das Projekt, das mir aufgezeigt wurde, hat mich überzeugt. Dass der BVB zudem ein richtig geiler Verein ist, brauche ich niemandem zu erzählen.

die Überzeugungsarbeit von Dortmunds Trainer Thomas Tuchel: Der Trainer hat mir erzählt, wie er mich einschätzt, was er von mir gesehen hat und welche Pläne er mit mir hat. Seine Analyse war sehr treffend. Das, was er mit mir vorhat, hat mich enorm überzeugt. Er hat mir deutlich gemacht, dass er mit mir arbeiten möchte. Ich denke, unsere Zusammenarbeit birgt großes Potenzial für mich.

seine Einsatzchancen: Ich sehe mich im Kader in der Herausfordererposition. Ich werde versuchen, mich möglichst schnell an das Tempo und die Härte zu gewöhnen, um früher oder später eine Option zu sein. Wie schnell das geht, kann ich jetzt nicht sagen. Ich freue mich aber riesig auf die Möglichkeit, beim BVB eine Chance zu bekommen.