TSV 1860: Die blauen Olympioniken

Von Wojtkowiak, dem Hammerwerfer, bis zu Volz, dem Gewichtheber: Die Löwen sind im London-Fieber. Hier lesen sich, wer in welcher Sportart antreten könnte.
von  Marco Plein
Grzegorz Wojtkowiak trifft zum 1:0 gegen den SSV Jahn Regensburg
Grzegorz Wojtkowiak trifft zum 1:0 gegen den SSV Jahn Regensburg © dpa

Von Grzegorz Wojtkowiak, dem Hammerwerfer, bis zu Moritz Volz, dem Gewichtheber: Die Löwen sind im London-Fieber. Hier lesen sich, welcher 1860-Kicker in welcher Sportart antreten könnte

MÜNCHEN Natürlich schauen die Löwen gerne hin. Moritz Stoppelkamp sieht am liebsten die schnellsten Sprinter, Kai Bülow guckt gerne Basketball, Moritz Volz ist nach seiner London-Zeit allein vom Flair der Spiele angetan, Reiner Maurer schaltet bei allen Leichtathletik-Disziplinen ein - und Daniel Halfar kann sich für fast alle Wettkämpfe begeistern. Neulich erschien der Dribbler der Löwen kurz vor dem olympischen Tennis-Finale sogar im Roger-Federer-Shirt zum Training. Während der Spiele in London sind er und seine Löwen ziemlich olympia-begeistert.

Klar, bei den Sechzgern geht’s in diesen Tagen nur darum, wie sie die schwere Aufgabe am Montagabend in Dresden bewältigen können, Doch während während der Sommerspiele fällt auf: Auch bei 1860 hätten einige Profis durchaus Qualitäten für London. Die AZ zeigt, welcher Löwe für welche Olympia-Disziplin geschaffen wäre:


 Marin Tomasov, der 10000-Meter-Läufer:

Maurer lobt den im Juni aus Split zu den Löwen gekommenen Kroaten für dessen Laufstärke. „Seine Werte sind überragend”, sagt der Trainer. „Im läuferischen Bereich macht ihm schon jetzt kaum einer was vor.” Tomasov ist zwar ein Vorbild an Ausdauer und sagt selbst, „es gibt Spiele, da könnte ich ewig rennen”, doch mit der Anpassung im Spiel bei 1860 hapert es noch.

 


Grzegorz Wojtkowiak, der Hammerwerfer:



Am einzigen Tor der Löwen in dieser Saison war der Pole Wojtkowiak mit einem Kopfball beteiligt. Doch wovon die Löwen noch mehr staunen, sind seine wahnsinnigen Einwürfe. Wojtkowiak schleudert den Ball gerne 40 Meter weit, „er hat einfach die perfekte Technik, und unser Ball ist ja auch nicht so schwer”, sagt Maurer. Im ersten Spiel der Saison flog einer seiner Einwürfe so weit, dass er auf der anderen Spielfeldseite ins Aus sprang. Sportchef Florian Hinterberger: „Das habe ich noch nie gesehen.”


 

Daniel Halfar, der Bogenschütze: 

Wenn einer bei den Löwen fast millimetergenau schießen kann, dann Sportfreak Halfar. Nach dem Training legte sich der 24 Jahre alte Linksfüßer diese Woche wieder Bälle zurecht und schaufelte sie gekonnt aus 20 Metern in den Winkel – ähnlich präzise wie die vor allem asiatischen Bogenschützen in London. Im ersten Spiel der Saison scheiterte Scharfschütze Halfar mit einem Freistoß noch an der Latte. Doch Hinterberger sagt: „Das ist eine große Stärke von ihm. Ich bin sicher, dass er wieder Freistoßtore für uns macht.”


 

 

 

 

Maximilian Nicu, der Zehnkämpfer:

Rechts, links oder doch eher zentral? Offensiv oder defensiv? Der große Vorteil von Maximilian Nicu ist dessen Vielseitigkeit.
Maurer lobt: „Er ist auf mehreren Positionen eine Alternative, das gibt mir Sicherheit.” Und Nicu selbst sagt: „Ich stecke auf mehreren Positionen im Konkurrenzkampf, das vergrößert meine Chancen.” Zur Not könnte Nicu, der bei Testspielen im Sommer öfter auf drei verschiedenen Positionen zum Einsatz kam, sogar außen verteidigen.

 


 

 

 


Moritz Volz, der Gewichtheber:

Als die Löwen ihre Neulinge im Sommer präsentierten, sagte Hinterberger: „Wir wollten standhafte Profis, die nicht gleich beim leichtesten Windstoß umfallen.” Das trifft vor allem auf Kraftpaket Moritz Volz zu. Während seiner langen Zeit in England schuftete der Verteidiger oft in der Muskel-Kammer, im AZ-Interview sagte er: „Mein Spiel lebt vom Körperlichen. Ich muss die Hantel nur anschauen, schon schlägt es an.” Doch der 29-Jährige will leichtfüßig und geschmeidig bleiben und geht darum oft nach dem Training noch allein in den Isar-Auen laufen.