Torwartdiskussion beim TSV 1860: Weder Hiller noch Strobl können überzeugen

Die Torwartposition ist die Schwachstelle bei 1860. Sowohl Marco Hiller als auch Alexander Strobl patzen. Trotzdem sagt Trainer Daniel Bierofka nach dem Pokal-Aus: „Wir haben zwei gute Torhüter“
von  Patrick Mayer
Zwei Sorgenkinder: Weder Marco Hiller (links) noch Alexander Strobl konnten bisher auf der Torwart-Position überzeugen.
Zwei Sorgenkinder: Weder Marco Hiller (links) noch Alexander Strobl konnten bisher auf der Torwart-Position überzeugen. © Augenklick/Rauchensteiner

Die Torwartposition ist die Schwachstelle bei 1860. Sowohl Marco Hiller als auch Alexander Strobl patzen. Trotzdem sagt Trainer Daniel Bierofka nach dem Pokal-Aus: "Wir haben zwei gute Torhüter"

München - Der TSV 1860 und die Torhüter – seit dem Abgang von Gabor Kiraly ist es eine unendliche Geschichte. Und auch nach dem Absturz in den Amateurfußball setzt sich diese fort. Denn: Die Löwen haben wohl ein Torhüterproblem.

Weder Marco Hiller noch Alexander Strobl überzeugten bisher. Beide leisteten sich Patzer, der Österreicher Strobl war im DFB-Pokal an beiden Gegentoren maßgeblich beteiligt. Für Aufregung hatte die Situation gesorgt, als der 24-Jährige Angreifer Dario Leczano vor dem Elfmeter zum 1:2 zu Fall brachte. "Ich habe mir die Szene nochmal angeschaut. Wir haben eine Videoanalyse dazu gemacht. Es sieht richtig doof aus", schilderte der Keeper am Dienstagmittag der AZ.

Unmittelbar nach dem Spiel hatte sich Strobl noch über die Elfmeterentscheidung von Schiedsrichter Tobias Stieler echauffiert. "Ich war der Meinung, dass ich den Ball einfach weitergeleitet habe. Mehr als stellen kann ich einen Stürmer nicht", hatte er gesagt. Nun revidierte Strobl seine Einschätzung. "Nach dem Spiel denkt man immer anders. Es sind Fehler, aus denen ich lernen muss und die einen stärker machen", meinte er am Dienstag. Er könne die Entscheidung im Nachhinein nachvollziehen, erklärte er weiter.

Im Spiel hatte der Österreicher zwar tatsächlich den Ball gespielt, war aber gleichzeitig ungestüm in Leczano hineingerannt. "Alex hat sich falsch entschieden, rauszukommen. Da wäre er besser auf der Linie geblieben", erklärte Coach Daniel Bierofka hinterher und beschwichtigte bei "Blickpunkt Sport" im BR: "Wir haben zwei gute Torhüter." Der Löwen-Trainer nahm beide Schlussmänner ausdrücklich in Schutz – was soll er auch sonst tun? Beobachter haben die Torhüterposition jedoch längst als Schwachstelle ausgemacht.

Beim Saisonauftakt in Memmingen hätte Hiller nach einer überhasteten Aktion im Spielaufbau beinahe den frühen Rückstand verschuldet. Strobl dagegen war schon im Bezirkspokal beim VfR Neuburg und dann gegen Ingolstadt zwar stark auf der Linie, offenbarte aber unverkennbare Schwächen beim Herauslaufen. Das 0:1 gegen den Bundesliga-Absteiger schrieb er sich selbst zu. "Da braucht man nichts schönreden. Es geht klar auf meine Kappe", sagte er.

Erst spät in der Vorbereitung hatte sich Bierofka für den ehemaligen Buchbacher entschieden. Weil er Zweifel hatte? Während die Löwen im DFB-Pokal ausschieden, gewann der 1. FC Schweinfurt 05 gegen Zweitligist SV Sandhausen (2:1). Es war das nächste Signal aus Unterfranken, dass die Meisterschaft in der Regionalliga Bayern nur über die Nullfünfer geht. Und auch der FC Bayern II ist trotz des Remis beim VfR Garching (2:2) in Schlagdistanz.

Auch die Torhüterleistungen werden am Ende mitentscheiden. Bitter: Vor der Saison musste Sechzig Max Engl zum Drittligisten Rot-Weiß Erfurt ziehen lassen. Sein Abgang schmerzte Bierofka. Im Umfeld werden bereits Stimmen laut, die fordern, die Mannschaft in der Winterpause weiter zu verstärken. Bis dahin dürfte auch die Torhüterposition auf dem Prüfstand stehen.

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