So geht es mit Schmidt und Hinterberger weiter

Im AZ-Verhör spricht Boss Schäfer über die Zukunft von Trainer und Sportdirektor bei 1860. Er sagt: „Ich treffe die Entscheidung“  
von  Filippo Cataldo, Dominik Hechler
Trainer Alexander Schmidt (rechts), mit Sportdirektor Florian Hinterberger.
Trainer Alexander Schmidt (rechts), mit Sportdirektor Florian Hinterberger. © Rauchensteiner

Im AZ-Verhör spricht Boss Schäfer über die Zukunft von Trainer und Sportdirektor bei 1860. Er sagt: „Ich treffe die Entscheidung“

AZ: Herr Schäfer, die Nachfolge von Dieter Schneider als Löwen-Präsidenten ist mit Hep Monatzeder geklärt. Nun stehen die Personalentscheidungen über die sportliche Zukunft an: Dürfen Sportchef Hinterberger und Trainer Schmidt weitermachen?

ROBERT SCHÄFER: Wir arbeiten an dieser Entscheidung. Wir werden erst über die Position des Sportdirektors entscheiden und danach mit ihm zusammen die Trainerfrage klären.

Wie bewerten Sie die Arbeit von Florian Hinterberger?

Wir werden die Beurteilung erst intern vornehmen und dann nach außen geben. Da werden viele Faktoren eine Rolle spielen. Wenn ich zum Beispiel an den letzten denke: Wir hatten drei fertige Transfers, die am Ende doch abgesagt wurden, weil es eine Auseinandersetzung zwischen den Gesellschaftern gab. Trotzdem ist es danach noch gelungen, die Mannschaft danach mit Gui Vallori und Maximilian Nicu gut zu verstärken. Diese Flexibilität sehe ich als Stärke.

Hinterberger kann also unter Druck arbeiten. Zudem hat er ein gutes Verhältnis zum Trainer. Was spricht gegen ihn?

All diese Punkte sind sicherlich Teil der Bewertung – es gibt aber auch noch andere, die für uns wichtig sind.

Zum Beispiel?

Welche Ziele gab es, welche sind davon erreicht worden? Wir machen eine Gesamtbewertung. Mehr will ich dazu zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht sagen.

Dass Sie ein Fan von Schmidt sind, ist jedoch kein Geheimnis.

Ich bin nicht Fan von Alexander Schmidt. Ich bin der Meinung, dass er genauso wie Florian Hinterberger die Situation damals richtig gut angenommen hat. Und vor allem verfolgt er eine klare Philosophie. Wir möchten einen laufintensiven, aggressiven Fußball mit Gegenpressing spielen, der viel Ballbesitz voraussetzt. Und wir wollen auch mal höheres Risiko gehen.

Das hat Schmidt eingeführt.

Genau, mit Hinterberger zusammen. Allerdings ist diese Philosophie so aufgebaut, dass – wenn es mal zu Personalwechseln kommen sollte – jeder Trainer oder Sportdirektor diesen Weg mitgehen muss. Aber ich kann eine gute Entwicklung erkennen. Die Mannschaft zeigt endlich wieder Herz.

Wer hat der Mannschaft dieses Herz eingepflanzt, wenn nicht der Trainer?

Klar. Das ist immer der Trainer.

Wieso verlängern Sie dann nicht? Monatzeder scheint auch mit beiden weitermachen zu wollen. Entscheidet am Ende doch der Investor?

Ich treffe als Geschäftsführer die Entscheidung, wer Sportdirektor werden soll und mache dann Präsidium und Investor den Vorschlag.

Im Januar wurde vom Aufsichtsrat mehr oder weniger über Ihren Kopf hinweg Hasan Ismaik versprochen, den Sportdirektor auszutauschen. Woher nehmen Sie den Optimismus, dass Sie dieses Mal so entscheiden können, wie es Ihr Amt auch vorsieht?

Ich nenne mal ein Beispiel: Ich nehme zur Kenntnis, dass Noor Basha (Ismaiks Cousin, die Red.) sagt, dass Schmidt ein Sohn des Vereins ist und einen guten Job macht. In der Phase im Januar ging es Ismaik wohl darum, ein Zeichen zu setzen. Er wollte, dass seine Vorschläge beachtet werden und hat deshalb verschiedene Forderungen aufgestellt: Eins, zwei, drei, vier fünf…

...alle austauschen...

Genau. Jetzt geht aber es wieder um die Sachebene. Alle Seiten erwarten eine Bewertung von der Geschäftsführung, wie die Arbeit der sportlichen Leitung gesehen wird.

Sie fühlen sich jetzt also frei in Ihrer Entscheidung?

Ja, im Rahmen meiner Kompetenzen. Ich kann jetzt natürlich auch nicht machen, was ich will. Ich werde dem Präsidium und dem Investor einen Vorschlag machen, der auf einer sachlichen Grundlage basiert. Es wird keine politische Entscheidung? Nein. Das habe ich immer betont. Meine Entscheidung basiert auf rein sportlichen Kriterien.