Lauths Löwenherz: Sieg gegen Hertha

Torjäger Benny Lauth trifft zum 1:0-Sieg gegen Hertha. Die richtige Antwort nach der Debatte um Gehaltsreduzierung bei den Sechzgern.
von  Abendzeitung
Trifft zum ersten Mal auf seinen Ex-Trainer: Benny Lauth
Trifft zum ersten Mal auf seinen Ex-Trainer: Benny Lauth © sampics/Matzke

MÜNCHEN - Torjäger Benny Lauth trifft zum 1:0-Sieg gegen Hertha. Die richtige Antwort nach der Debatte um Gehaltsreduzierung bei den Sechzgern.

Es war der größte Löwen-Sieg in der bisherigen Saison. Vor allem, weil er genau zum richtigen Moment kam. In einer Zeit, in der die Löwen drauf und dran waren, den Anschluss an die Topplätze der Zweiten Liga zu verlieren und in der Negativmeldungen wie die zehnprozentigen Gehaltskürzungen Überhand nahmen, dürfen sich die Sechzger an ihrem leidenschaftlich erkämpften 1:0-Heimsieg gegen Hertha BSC wieder aufraffen.

Benny Lauth war mit seinem Sonntagsschuss vor nur 23.600 Zuschauer der gefeierte Mann, auch die Defensive der Blauen rackerte prima.

„Es war eine überragende Leistung von uns", lobte Torwart Gabor Kiraly, „wir waren kämpferisch klar besser. Der letzte Biss hat das Spiel entschieden." Mittelfeldmann Aleksandar Ignjovski: „Wir haben eine sehr gute Reaktion nach dem Fürth-Spiel gezeigt. Jetzt sind wir wieder dran. Das war sehr wichtig für uns."

Hochmotiviert, energisch, entschlossen – so begannen die Löwen. Und erfolgreich, denn schon nach elf Minuten setzte sich Lauth über die rechte Seite durch und donnerte einen 22-Meter-Schuss in den linken Torwinkel. Alle Löwen schmissen sich zu einer Jubeltraube auf den Torschützen – Lauth selbst malte ein riesiges Herz in die Luft. Es sollte wohl sein Löwen-Herz symbolisieren: Der Fanliebling hatte sich ja als einer der ersten dazu bereit erklärt, auf zehn Prozent Gehalt zu verzichten, um dem taumelnden Klub zu helfen.

Womöglich war Lauth ja auch durch Herthas Trainer Markus Babbel angespornt worden, der Ex-Bayernstar hatte gesagt: „1860 ist ein Verein, den ich nicht mag! Ich würde auch nie als Trainer bei den Löwen arbeiten, das ist ein absolutes No-Go!"

Nach der frühen Führung taten sich die Sechzger schwer, zu weiteren Chancen zu kommen. Sie hatten mächtig Dusel, die Führung bis zur Pause zu behaupten. Vor allem in den Minuten vor der Halbzeit. Doch sie hielten dem stärker werdenden Hertha-Druck stand und vergaben vorne selbst einige Chancen. Nach Wiederbeginn wussten die Berliner ihren Druck nicht mehr fortzusetzen, 1860 bekam etwas Luft zum Durchatmen. Die meisten Hertha-Angriffe stoppten entweder der aggressive Ignjovski oder die sicher stehende Innenverteidigung Stefan Bell und Kai Bülow.

Ab der 70. Minute wurde es brenzlig, immer wieder kam es zu Fouls im Mittelfeld, immer wieder segelten Freistöße vor das Löwen-Tor.

Aber die Sechzger hielten ihr Tor sauber und befreiten sich in der 83. Minute so geschickt, dass Gästekeeper Marco Sejna mit Rot vom Feld musste, weil er 1860-Stürmer Djordje Rakic vor dem eigenen Tor nur mit einem Foul bremsen konnte. Schiedsrichter Babak Rafati machte sich mit seinem Pfiff allerdings zum Buhmann, weil er mit seiner Entscheidung Lauths 2:0 abgepfiffen hatte. Wenige Sekunden später schlenzte der eingewechselte Moritz Leitner noch einen Schuss von der Strafraumgrenze an die Unterkante der Latte - und dann war Schluss. Die Löwen fielen sich im Kollektivjubel in die Arme. Und dürfen nun guter Dinge die letzten beiden Hinrundenspiele angehen.

Marco Plein