Himmelblaue Himmelstürmer: Sechzig-Rivale Berlin mischt die Liga auf

Aufsteiger Viktoria Berlin führt aktuell die 3. Liga an. "Der Hype kann gar nicht groß genug sein".
von  AZ
Führen die 3. Liga an: Viktoria Berlin.
Führen die 3. Liga an: Viktoria Berlin. © imago images / Contrast

Berlin  - Nein, den Vergleich mit den großen Nachbarn sucht bei Viktoria Berlin niemand. Europapokal-Auftritte wie bei Union? Auf Jahre nicht in Sicht.

Millionen-Transfers wie bei Hertha BSC? Vorerst völlig illusorisch. Die Himmelblauen aus dem bürgerlichen Stadtteil Lichterfelde verfolgen ihre eigenen und kleineren Ziele und liegen als souveräner Tabellenführer der 3. Liga voll auf Kurs.

Duell im Grünwalder im Oktober

Der Rivale der Sechziger, der am 1. Oktober zu Gast im Grünwalder ist, fährt in der Bundeshauptstadt auf der Erfolgswelle. "Wir freuen uns über den Hype, der kann auch gar nicht groß genug sein", sagte Sportdirektor Rocco Teichmann. Drei Spiele, drei Siege, 10:1 Tore - der Aufsteiger überzeugt auf ganzer Linie und etabliert sich in der Sportmetropole Berlin als dritte Kraft im Fußball.

Der einstige Bundesligist TeBe, DDR-Rekordmeister BFC Dynamo oder zuletzt die VSG Altglienicke waren an dieser Aufgabe immer wieder gescheitert. Bei Viktoria - als BFC Viktoria 1889 zwei Mal deutscher Meister (1908, 1911) - deutet derzeit auf ein nachhaltiges Gelingen des Projekts hin.

Sportlicher Erfolg und attraktiver Offensivfußball sollen Fans in den Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark im hippen Prenzlauer Berg locken, in dem Viktoria seine Heimspiele austrägt, weil das eigene Stadion im Südwesten der Hauptstadt den Anforderungen der Liga nicht entspricht. Bisher geht die Rechnung auf. Das ungefährdete 4:0 gegen den 1. FC Kaiserslautern verfolgten am Wochenende immerhin 4221 Zuschauer im Stadion.

Nach der Rettung kam der Erfolg

Schon in der Regionalliga Nordost hatte Viktoria auf sich aufmerksam gemacht. Beim Abbruch der Corona-Saison war der Klub mit elf Siegen in elf Spielen Tabellenführer und wurde dann zum Aufsteiger bestimmt. Eine Liga höher geht die Siegesserie weiter.

Der wirtschaftliche Rahmen für den weiteren Aufschwung ist durch Investor Zeljko Karajica gegeben. Der Unternehmer hatte Viktoria vor der Insolvenz gerettet. Durch einen anderen Investor war Viktoria überhaupt in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Nach der Rettung stellte sich der Erfolg ein.