Hauptsponsor über Sechzigs Stadionfrage: "Es braucht einen fairen Deal"

Die Zusammenarbeit zwischen dem TSV 1860 und Hauptsponsor "die Bayerische" geht in die nächste Runde. In einem Interview hat sich Vorstandsmitglied Martin Gräfer zu den Hintergründen des Deals geäußert - und sieht die Löwen 2025 "mindestens in der Zweiten Liga".
von  AZ
"1860 sollte eine großartige Zukunft haben, die nicht nur aus Erfolgen von vor Jahrzehnten spricht", sagt Martin Gräfer, Vorstandsmitglied beim Hauptsponsor "die Bayerische". (Archivbild)
"1860 sollte eine großartige Zukunft haben, die nicht nur aus Erfolgen von vor Jahrzehnten spricht", sagt Martin Gräfer, Vorstandsmitglied beim Hauptsponsor "die Bayerische". (Archivbild) © sampics/Augenklick

München - Als die Verlängerung der Partnerschaft bis 2025 beschlossene Sache war, bedankte sich der TSV 1860 via Twitter dem "geilsten Hauptsponsor der Welt" für das Vertrauen, und auch bei "die Bayerische" sieht man die Zusammenarbeit in ausgesprochen positivem Licht.

"Die Ziele, die wir beim Einstieg 2016 definiert haben, haben wir im Wesentlichen erreicht: Bekanntheit, Sympathie, Abschlussbereitschaft – wir konnten alles erhöhen", sagte Martin Gräfer, Vorstandsmitglied der Münchner Versicherung und zugleich Lebensmitglied der Löwen in einem Interview des "Münchner Merkur".

Martin Gräfer: Grünwalder-Umbau muss Vermarktbarkeit erhöhen

Der 52-Jährige betonte allerdings auch, dass ihn die Diskussionen um die Sanierung des Grünwalder Stadions nicht kalt lässt. "1860 braucht als Perspektive ein Stadion, mit dem man mehr Geld verdienen kann als mit dem Grünwalder in seinem aktuellen Zustand", findet Gräfer.

Wenn kein neues Stadion gebaut werden könne, dann benötige der Klub einen Umbau, der auch die Vermarktbarkeit erhöhe. Gräfer geht es da um komfortable VIP-Bereiche.

Gräfer sieht die Löwen 2025 "mindestens in der Zweiten Liga"

Seine Forderung: "Man muss gemeinsam mit der Stadt an einen Tisch kommen und eine Lösung finden. München hat als Aushängeschild nicht nur den Verein, der weltweit bekannt ist, sondern auch den TSV 1860, der wie kein zweiter für die Stadt steht. Es braucht einen fairen Deal."

Martin Gräfer beim Drittliga-Auswärtsspiel der Löwen bei den Würzburger Kickers (3:0).
Martin Gräfer beim Drittliga-Auswärtsspiel der Löwen bei den Würzburger Kickers (3:0). © sampics/Augenklick

Er sei sich nicht sicher, ob Zwangsabgaben für den ÖPNV in der bisherigen Höhe sinnvoll seien, betont der bekennende Löwen-Fan: "Aber ich verstehe auch die Stadt. In der Vergangenheit war nicht immer sofort erkennbar, was 1860 genau will. Das ist jetzt anders."

Gräfer wünscht sich, dass die Sechzger nicht länger von den Highlights der Vergangenheit zehren, der Klub sollte in seinen Augen "eine großartige Zukunft haben, die nicht nur aus Erfolgen von vor Jahrzehnten" spreche.

Ergo formuliert er bis zum Jahr 2025 - wenn der neue Sponsoring-Deal mit dem Drittligisten ausläuft - ambitionierte Ziele, und sieht den Verein dann "mindestens in der Zweiten Liga. Aber da unbedingt".

Gräfer mit Blick auf die Restsaison der Sechzger zuversichtlich

In der selben Liga wie der Hamburger SV, Werder Bremen, FC Schalke 04 "oder wer immer sich da festsetzt" zu spielen, sei für Fans und Sponsoren gleichermaßen erstrebenswert: "Unser Vertrag würde entsprechend angepasst werden, da würden wir nochmal nachlegen. Trotzdem sollte das jetzt nicht als Druck verstanden werden. Ein Aufstieg wäre sensationell, aber wir haben keine Klausel drinstehen, dass wir in dreieinhalb Jahren nur dann verlängern."

Zu der Tatsache, dass die Zusatzvereinbarung - sie garantierte dem TSV 1860 zuletzt eine Million Euro als Bonus - nicht verlängert wurde, meinte Gräfer: "Wir wollten mit dieser Zusatzvereinbarung einen zusätzlichen Beitrag leisten, relativ schnell den nächsten Schritt gehen zu können." Die aktuell zu einem Aufstiegsplatz fehlenden sieben Punkte hält er für "nicht unüberwindbar".