Ex-Löwe Baier: Was in Augsburg besser läuft

Vor dem Aufeinandertreffen mit seinem früheren Verein spricht der Profi über die Unterschiede zwischen den beiden Klubs – und erklärt, warum der FCA vor dem Bundesliga-Aufstieg steht.
von  Abendzeitung
Am Sonntag treffen sie wieder aufeinander: Augsburgs Ex-Löwe Daniel Baier und Löwen-Stürmer Benjamin Lauth.
Am Sonntag treffen sie wieder aufeinander: Augsburgs Ex-Löwe Daniel Baier und Löwen-Stürmer Benjamin Lauth. © sampics/Augenklick

Vor dem Aufeinandertreffen mit seinem früheren Verein spricht der Profi über die Unterschiede zwischen den beiden Klubs – und erklärt, warum der FCA vor dem Bundesliga-Aufstieg steht.

AUGSBURG Die Partie in der Impuls-Arena ist seit vergangenem Wochenende ausverkauft. 30000 Fans wollen dabei sein. Schließlich ist das Spiel des FC Augsburg gegen den TSV 1860 am Sonntag (17.30 Uhr, Liveticker bei abendzeitung.de) ein Südderby, ein Klassiker. Doch viel wichtiger: Die Schwaben, derzeit mit drei Zählern Rückstand auf den FC St. Pauli auf Relegationsplatz drei liegend, streben Liga eins entgegen.

Mithelfen will am Sonntag auch wieder Daniel Baier, der frühere Löwe. Von Aufstiegseuphorie will der 25-jährige Mittelfeldspieler aber nichts wissen. Noch nicht. „Man muss die Kirche im Dorf lassen“, sagt er zur AZ, „aber man spürt, dass alle nach oben wollen. Wir wissen selbstverständlich um unsere Chance.“

Eine Chance, die vielleicht auch daraus resultiert, dass die FCA-Mannschaft seitens der Klubführung nie mit einer konkreten Aufstiegsforderung konfrontiert wurde – im Gegensatz zu den Löwen. Dort war vor der Jubiläums-Saison – der TSV 1860 feiert bekanntlich heuer sein 150. Gründungsjubiläum - die Bundesliga-Rückkehr als Saisonziel ausgegeben worden.

So sagt Baier stellvertretend für das ganze Augsburger Team: „Den einzigen Druck, den die Mannschaft hat, den macht sie sich selbst.“

Baier ist klar, dass die Erfolge der schwäbischen Emporkömmlinge – der 1907 als Alemannia Augsburg gegründete Traditionsklub spielt erst seit 2006 wieder in der Zweiten Liga – von den 1860-Anhängern mit Argwohn verfolgt werden. „Ich kann verstehen, dass die Löwen-Fans sauer sind, dass ausgerechnet Augsburg, also ein vermeintlich kleiner Klub aus der Nachbarschaft, so erfolgreich ist.“

Dass 1860 die eigenen Ziele verfehlt hat? „Das ist schade, aber auf der anderen Seite auch gut für uns.“ Baier selbst blickt immer noch rüber nach München, um zu wissen, was bei seinem Ex-Klub passiert. Auch telefoniere er regelmäßig mit Torben Hoffmann und Ersatzkeeper Michael Hofmann. „Natürlich verfolge ich, was bei 1860 los ist. Ich war ja schließlich jahrelang dort (von 1999 bis 2007, d. Red.)“, sagt er, „da verbindet einen natürlich schon noch etwas mit dem Verein.“ Allerdings sei der Draht zum TSV nicht mehr so eng wie früher. „Da hat sich zuletzt ja alles geändert“, sagt Baier, „komplett neue Spieler, komplett neues Management.“ Nur der Platz im Niemandsland der Zweitliga-Tabelle, den haben die Löwen auch in dieser Saison wieder.

Bleibt die Frage nach dem Erfolgsgeheimnis seines aktuellen Vereins. „Ich weiß es nicht“, meint Daniel Baier. Und dann sagt er: „Hier in Augsburg, bei uns im Verein gibt es keinerlei Unruhe, seit zehn Jahren ziehen hier alle an einem Strang.“ Marco Plein