Die blauen Baustellen

„Wir müssen uns verbessern“, hatte 1860-Coach Maurer nach Platz acht im Vorjahr gesagt. Derzeit sind die Löwen Neunter und gehen mit Sorgen in die Rückrunde. Die AZ zeigt die großen Baustellen.
von  Abendzeitung
Trainer Reiner Maurer will mit dem TSV 1860 noch viel erreichen.
Trainer Reiner Maurer will mit dem TSV 1860 noch viel erreichen. © Rauchensteiner/Augenklick

MÜNCHEN - „Wir müssen uns verbessern“, hatte 1860-Coach Maurer nach Platz acht im Vorjahr gesagt. Derzeit sind die Löwen Neunter und gehen mit Sorgen in die Rückrunde. Die AZ zeigt die großen Baustellen.

Reiner Maurer trat mit einer klaren Forderung an, als er die Löwen vergangenen Sommer zum zweiten Mal übernahm. „Natürlich“, sagte er im AZ-Interview, „,müssen wir uns im Vergleich zur letzten Saison verbessern“. Bislang aber konnte er sein Vorhaben noch nicht umsetzen. Denn auch wenn die Löwen in der Hinrunde lange überzeugten, am Ende bauten sie so sehr ab, dass sie auf Rang neun überwinterten – letzte Saison war 1860 unter Ex-Coach Ewald Lienen Achter geworden.

Schon während der gesamten Hinrunde hatten Maurer neben den Problemen abseits des Feldes (Savio, Punktabzug, Gehaltsverzicht) auch diverse sportliche Sorgen geplagt. Und auch jetzt, kurz vor dem Rückrundenstart, belasten ihn einige fußballerische Sorgen – die AZ zeigt, mit welchen Baustellen er zu kämpfen hat.

Null Offensive über Außen

„Ich erwarte ganz klar mehr Druck, und da nehme ich alle betroffenen Spieler in die Pflicht“, fordert Maurer, und fügt hinzu: „Vor allem Antonio Rukavina kann sich nach vorne noch mehr einbringen.“ Weil dem Löwen-Trainer die mangelnde Durchschlagskraft über Außen vor Weihnachten so sehr auf den Wecker gegangen war, wurde daran nun verstärkt trainiert. Und siehe da, beim Test in Erfurt (2:3) gab es schon Zeichen der Besserung. „Daniel Bierofka wurde vor dem Elfmeter gefoult, auch Stefan Aigner hat mit seinen Dribblings für viel Gefahr gesorgt. Trotzdem müssen wir dort weiterhin viel arbeiten", berichtet Maurer, der auf den entsprechenden Positionen auf die abgewanderten Moritz Leitner und Sandro Kaiser sowie den verletzten Daniel Halfar verzichten muss.

Kein Erfolg mehr bei Standards

„Im Training sieht es meistens gut aus, was wir machen“, sagt Maurer, „aber im Spiel kamen die Freistöße und Ecken zuletzt nicht mehr wie gewollt.“ Der Löwen-Trainer setzt auf die Präzision der von Alex Ludwig getretenen Standards und sagt: „Mit dieser Qualität kann er Spiele entscheiden“. Um das zuletzt sichtbare Defizit auszumerzen, ließ Maurer neue Varianten einüben. „Wir müssen unsere Gegner auch mal wieder überraschen.“

Viel zu wenig Torgefahr aus dem Mittelfeld

Die vielen Nullnummern sind Maurer schon länger ein Dorn im Auge. Denn außer Ludwig (vier Tore), Aigner (eins) und Dominik Stahl (eins) steht bei allen anderen Mittelfeldspielern in der Kategorie Tore: Fehlanzeige. „Wir haben jetzt extra Übungen gemacht, in denen einer der Sechser bewusst mit nach vorne gehen muss“, erklärt Maurer, der aber auch sagt: „Einige, zum Beispiel Daniel Bierofka, brauchen nur mal ein Erfolgserlebnis. Dann schießen wir auch endlich mal wieder Tore aus dem Mittelfeld.“ Vor allem Aigners Rückkehr gibt dem Trainer Grund zur Hoffnung: „Wenn er zu seiner Form findet, kann er eine richtige Serie starten mit seiner Torgefahr.“

Kaum Entlastung für Torjäger Benny Lauth

Seit Mitte der Hinrunde setzte Maurer fast ausschließlich auf Lauth als Ein-Mann-Sturm, weil Angriffspartner Djordje Rakic zuvor lange nicht getroffen hatte. Verständlich. Denn neben Lauth, mit acht Toren einer der Top-Goalgetter der Liga, trifft kein Stürmer regelmäßig. Maurer ist sich sicher: „Das ist Kopfsache. Djordje fiel in ein Loch, als er nicht traf. Jetzt fühlt er sich wieder frisch, und ich traue ihm viel zu. Auch in Kevin Volland habe ich große Hoffnungen.“

Marco Plein