DFL gibt grünes Licht für Löwen-Rettung

Der Ankündigung folgt am Donnerstag die Genehmigung: Die DFL winkt den Einstieg von Investor Ismaik bei den Löwen durch. Nun sind nur noch Details offen.
von  Marco Plein
Ihrer Zusammenarbeit steht fast nichts mehr im Wege: Schäfer, Schneider, Ismaik
Ihrer Zusammenarbeit steht fast nichts mehr im Wege: Schäfer, Schneider, Ismaik © sampics

Die finanzielle Rettung des TSV 1860 ist so gut wie perfekt. Die Deutsche Fußball Liga stimmte am Abend dem Investoreneinstieg zu.

München - Die Vereinsbosse der Löwen gaben sich größte Mühe. Sie wollten ihre Freude über die soeben erhaltene Nachricht unbedingt unterdrücken. Doch das klappte nicht, ihre Erleichterung war zu groß. „Unser Weg ist noch nicht beendet“, sagte der um Bescheidenheit bemühte Geschäftsführer Robert Schäfer – und Präsident Dieter Schneider meinte: „Es ist noch nicht vorbei. Wir haben noch einige Hausaufgaben vor uns.“


Dennoch wissen natürlich beide, wie wichtig jene Nachricht ist, die die Löwen am frühen Donnerstagabend von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) erhalten haben: Der Ligaverband winkt das Partnerschaftsabkommen zwischen den Sechzgern und ihrem geplanten Investor Hasan Ismaik durch. „Die Eckpunkte des in überarbeiteter Fassung vorliegenden Kooperationsvertrages inklusive weiterer Dokumente hält die DFL für vereinbar mit Satzung und Ligastatut“, hieß es in der offiziellen Erklärung aus Frankfurt. Heißt: Der Deal kann über die Bühne gehen. „Das ist für uns ein ganz wichtiger Etappensieg für uns“, sagte Schneider und führte an: „Wir sind sehr erleichtert. Wir haben jetzt die schwerste Etappe hinter uns gebracht. Und das ist alles sehr, sehr positiv für uns.“
Der Löwen-Rettung stehen nun nur noch Kleinigkeiten im Wege. Einen Tag vor Dieter Schneiders 64. Geburtstag hätte die frohe Kunde also kaum besser terminiert sein können. „Stimmt“, sagte der Präsident, „das war ein glücklicher Zeitpunkt.“ Auch Ismaik teilte seine Zufriedenheit mit. „Wir danken der DFL für ihre Zustimmung und ihr Vertrauen. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit, der wir mit dieser Entscheidung der DFL einen Riesenschritt nähergekommen sind“, sagte der Jordanier in der „Süddeutschen Zeitung“.


Drei Mal hatten die Sechzger den immer wieder veränderten Investor-Vertrag nach Frankfurt schicken müssen, ehe sie nun Grünes Licht erhielten. Zuvor hatte selbst der sonst so besonnene Schneider erklärt, mittlerweile nicht mehr allzu ruhig schlafen zu können. „Jetzt sieht es aber sehr gut“, sagte er später. „Der Schampus bleibt aber lieber noch zu.“ Kaltstellen dürfen ihn die Löwen aber schon.


Schon vergangenen Freitag hatte die DFL eine generelle Absichtserklärung zur Zustimmung herausgegeben; nun folgte die Bestätigung. Doch noch zögern die Löwen, ihre gesicherte Existenz final zu verkünden. „Durch das Ja der DFL hat sich erst mal nichts geändert. Wir müssen weiterhin einen Schritt nach dem anderen gehen“, sagte Schäfer, „aber es sieht gut aus. So gut wie jetzt sah es noch nie aus.“


Zwei letzte Hürden haben Schneider und Schäfer noch zu überspringen, ehe sie ihre Rettung offiziell verkünden dürfen. Zum einen muss der Vertrag zwischen der KGaA und der Vermarktungsagentur IMG entweder aufgelöst oder neu verhandelt werden. Ismaik will die Löwen aufgrund seiner internationalen Beziehungen selbst vermarkten und sieht die Agentur dafür als Hindernis. Laut „kicker“ soll er 1,5 Millionen Euro dafür geboten haben, den – im Falle des Zweitliga-Verbleibs – unbefristeten Vertrag auf einen mittelfristigen Zeitraum zu fixieren. „Wir nähern uns deutlich an“, sagte Schäfer. Zum anderen fehlt ihnen nach wie vor die Einwilligung des Berliner Spielerberaters Nicolai Schwarzer zum Forderungsverzicht. „Er pokert noch etwas“, sagte Schneider, der aber davon ausgeht, dass auch Schwarzer den Deal mit Ismaik nicht alleine scheitern lassen wird.