Der erste Löwe tritt zurück: Aufsichtsrat Brauner schmeißt hin!

Investor-Aus bei 1860: "Das ist an Peinlichkeit nicht mehr zu überbieten": Ex-Telekom-Chef war in die Gespräche mit Nicolai Schwarzer nicht involviert. Auch Christian Ude kritisiert Präsidium Beeck.
von  Abendzeitung
Schmeißt hin: Aufsichtsrat Brauner.
Schmeißt hin: Aufsichtsrat Brauner. © sampics

MÜNCHEN - Investor-Aus bei 1860: "Das ist an Peinlichkeit nicht mehr zu überbieten": Ex-Telekom-Chef war in die Gespräche mit Nicolai Schwarzer nicht involviert. Auch Christian Ude kritisiert Präsidium Beeck.

Das Löwen-Chaos - ausgelöst durch den Blitz-Ausstieg von Investor Nicolai Schwarzer: Wie geht es nun weiter beim TSV 1860? Der erste Funktionär hat nun genug von den ständigen Querelen beim kriselnden Zweitligisten: Aufsichtsrat Jo Brauner, ehemaliger Telekom-Chef, hat nach AZ-Informationen mit sofortiger Wirkung sein Amt bei den Löwen niedergelegt. „Ich trete zurück", bestätigte Brauner der AZ, „bei 1860 kann man gewisse Dinge einfach nicht mehr mittragen. Dass dieser Investor-Deal geplatzt ist, ist an Peinlichkeit nicht mehr zu überbieten. Das macht mich nur noch traurig."

Brauners Rückzugs-Entscheidung stand allerdings schon vor dem Investor-Aus fest – der Manager war in die Gespräche mit dem 1860-Geldgeber aus Berlin gar nicht involviert: „Davon wusste ich nichts." Also ein Alleingang von Präsident Rainer Beeck und seinen Mitstreitern? Wahrscheinlich.

Auch 1860-Aufsichtsrat Willi Mantel erhebt Vorwürfe gegen das aktuelle Präsidium um Rainer Beeck: „Der Präsident hat sich nie an die Spielregeln und die Satzung gehalten“, wettert Mantel, „seit Monaten wird der Aufsichtsrat nur belogen und betrogen. Wenn es bis Mittwochabend keine Außerordentliche Aufsichtsratsitzung gibt, kriegen die mit mir Probleme."

Dass die Löwen den Deal mit dem Investor nun platzen ließen, darüber wundert sich Mantel: „Wenn sich der Verein unsicher ist, hätte er den Vertrag vorher prüfen lassen müssen.“

Schon jetzt ist klar: Der 1860-Aufsichtsrat muss laut Satzung neu gewählt werden, nachdem zuvor schon Otto Steiner und Fredi Heiß zurückgetreten sind.

Meister-Löwe Petar Radenkovic schämt sich unterdessen für die neuesten Entwicklungen bei 1860 – und fordert den sofortigen Rücktritt des Präsidiums. „Sie haben uns zu einer bundesweiten Lachnummer gemacht", schimpft Radi über Rainer Beeck, „das Präsidium hat wie eine Laienspielgruppe reagiert.“

Oliver Griss