Bilder aus dem Tattoobuch der 1860-Fans

Ein Bekenntnis für die Ewigkeit. Fans des TSV 1860 präsentieren in einem Buch ihre Klub-Tattoos. Hier dreht sich alles, um die „heiligen vier Zahlen“, die auf alle erdenklichen Körperteile gestochen wurden
von  L. Vaitl
Dahoam is dahoam – auf dem Löwen-Dekolleté.
Dahoam is dahoam – auf dem Löwen-Dekolleté. © 1860 München Tattoobuch/ho

Ein Bekenntnis für die Ewigkeit. Fans des TSV 1860 präsentieren in einem Buch ihre Klub-Tattoos. Hier dreht sich alles, um die „heiligen vier Zahlen“, die auf alle erdenklichen Körperteile gestochen wurden.

München - Ihr Herz schlägt für die Löwen – Münchens große Liebe. Es ist eine Liebe, die unter die Haut geht. Im wahrsten Sinne des Wortes. Damit jeder sieht, dass sie den Leitspruch „Einmal Löwe, immer Löwe“ verinnerlicht haben, präsentieren sich viele Löwen-Fans als menschliche Leinwand und tragen ihr Treuebekenntnis für jeden sichtbar in die Haut tätowiert.

Die eingefleischten (und natürlich Tattoo-verzierten) 1860-Fans Andreas Schmied und Maik Lange haben jetzt den Körperkult der hartgesottenen Fans dokumentiert und als Buch veröffentlicht. Insgesamt 600 Kunstwerke sind abgebildet. Alle mit direktem Bezug zum TSV, inklusive der Geschichten, die hinter den Werken stehen. Das Ergebnis kostet – wie sinnig – 18,60 Euro, ist mal schön, mal eher schaurig.

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„Kurz nach dem 18. Geburtstag war es so weit: Ich hab mir den Löwen auf das rechte Schulterblatt stechen lassen, natürlich mit den heiligen vier Zahlen“, sagt Löwen-Fan Stephan im Buch. Die heiligen vier, das sind natürlich 1860. Doch eine Tätowierung kommt selten alleine, mittlerweile hat der Fan mehr Tattoos als freie Hautstellen – und arbeitet selbst als Tätowierer am Rosenheimer Platz.

Ein wenig genauer muss man bei Lothar hinschauen. „Ich wollte keinen Löwen und keinen Schriftzug vom Verein. Das hatten schon zu viele“, erklärt der Leiter des Fanprojekt München.

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Auf seiner Wade prangt ein Barcode mit den Jahresdaten der wichtigsten Erfolge von 1860. Vereinsliebe trifft hier auf Systemkritik: „Der Mensch als Nummer in einer gläsernen Welt der Überwachung und Steuerung.“

Keine Grenzen kennen auch die Fans. Tätowiert wurden nicht nur Rücken, Arm, Bein oder Dekolleté – manche Tattoos finden sich auf den Zehen, im Mund oder sogar auf der Stirn.

Einen Achtungserfolg haben die Autoren bereits landen können. Das Buch lag zwischenzeitlich bei „Amazon“ vor der Guardiola-Biographie, dem meistverkauften Buch des ungeliebten Lokalrivalen.