1860 und die Rivalen: Der AZ-Aufstiegscheck

Mit Savio Nsereko haben die Löwen ein As für das Aufstiegsrennen im Ärmel. Doch die Konkurrenz ist schon einen Schritt weiter. Die AZ erklärt, wer sich wo wie verstärkt hat.
von  Abendzeitung
Miki Stevic: „Dass wir noch keinen Trainer haben, war bei Nsereko kein Problem“
Miki Stevic: „Dass wir noch keinen Trainer haben, war bei Nsereko kein Problem“ © sampics/Augenklick

MÜNCHEN - Mit Savio Nsereko haben die Löwen ein As für das Aufstiegsrennen im Ärmel. Doch die Konkurrenz ist schon einen Schritt weiter. Die AZ erklärt, wer sich wo wie verstärkt hat.

Beim TSV 1860 vergeht ein Tag nach dem anderen, und noch immer hat der Verein keinen Trainer. Immerhin steht nach Kai Bülow und Daniel Halfar nun der dritte Zugang fest: Offensiv-Allrounder Savio Nsereko wird für ein Jahr vom AC Florenz ausgeliehen. „Ich bin froh, dass alles erledigt ist und ich jetzt bei 1860 bin", sagt der 20-Jährige. Allerdings betont er auch, mit den Löwen vereinbart zu haben, bis zum Trainingsstart keine Interviews zu geben. „Dass wir noch keinen Trainer haben, war in seinem Fall kein Problem“, erklärt Löwen-Sportdirektor Miki Stevic. „Jeder Trainer will gute Spieler haben. Also will auch jeder mit einem wie ihm zusammenarbeiten.“ Um zu verdeutlichen, wieso es mit der Trainersuche so lange dauert, führt der Serbe einen Vergleich an: „Das ist so, als wenn man sich für eine Jacke interessiert. Erst schaut man, ob sie passt, dann, ob man sie günstiger bekommen kann. Außerdem muss man beachten, wie sie auf Regen reagiert und wie sie zu bestimmten Hosen passt. Es spielen 1000 Faktoren eine Rolle. Man muss vorsichtig sein.“

Bis Montag, wenn die acht Wochen lange Saisonvorbereitung beginnt, will Stevic fündig geworden sein. Wollen die Sechzger in der Ende August beginnenden Saison um den Aufstieg mitspielen, müssen sie noch einiges tun. Sieben Spieler sind schon weg, um Eke Uzoma bemühen sie sich, und auch in Sachen Djordje Rakic gibt es noch Gespräche. Die ebenfalls um den Aufstieg bemühte Konkurrenz ist schon deutlich weiter, die AZ liefert einen Überblick.

Hertha BSC Berlin: Lange passierte gar nichts in der Hauptstadt, der Schock nach dem Abstieg musste erst mal verdaut werden. So langsam aber lässt die Hertha ihre Muskeln spielen. Vom FC Bayern kommt Christian Lell und aus Mönchengladbach Stürmer Rob Friend, Mittelfeldmann Patrick Ebert bleibt da, und der Holländer Maikel Aerts steht künftig im Tor. Zwar verliert die Hertha nach dem Abstieg viele Leistungsträger, trotzdem gilt sie unter Trainer Markus Babbel als Kandidat Nummer eins für den Aufstieg.

VfL Bochum: Der Absteiger hat sich Trainer Friedhelm Funkel geangelt, er wird künftig also nicht attraktiv, dafür geordnet spielen. Dem neuen Chef werden drei vielversprechende Zugänge serviert: Aus Bielefeld kommt Stürmer Giovanni Federico, Funkel nennt ihn den „Fixpunkt der Offensive“, von Eintracht Frankfurt holt Funkel seinen alten Bekannten Faton Toski. Und vom FC Bayern II wechselt Verteidiger Björn Kopplin ins Ruhgebiet. „Wir wollen das Vertrauen der Fans zurück“, sagt Funkel, „und eine Mannschaft, die nach vorne marschiert.“

FC Augsburg: Nach dem knappen Scheitern in der Relegation wollen die Schwaben unbedingt 2011 aufsteigen. Und dafür wurde kräftig eingekauft. Für die Abwehr kommen Gibril Sankoh vom FC Groningen, Marcel de Jong von Roda Kerkrade sowie Paul Verhaegh von Vitesse Arnheim. Zwar verlässt Sandor Torghelle den FCA, dafür leiht der Verein Stürmer Thorsten Oehrl von Werder Bremen aus. Bei all den Neuen sagt Trainer Jos Luhukay: „Ich bin mehr als zufrieden. Von mir aus könnte es losgehen.“ Verständlich.

Fortuna Düsseldorf: Zuletzt schnupperte die Fortuna am Aufstieg, kommende Saison sollen die Bemühungen konkreter werden. Deshalb hat Trainer Norbert Meier gleich sechs Spieler geholt. Verteidiger Assani Lukimya, der in Jena zu einem der besten Stopper der Dritten Liga reifte, und Mittelfeldmann Sascha Dum aus Leverkusen ragen heraus. Meier sagt: „Wir haben unsere Qualität deutlich gesteigert“, Lukimya findet sogar: „Fortuna ist Wahnsinn.“

MSV Duisburg: Der bekannteste Zugang trainiert die Torhüter: Oliver Reck. Aber auch von drei seiner sechs neuen Spieler erhofft sich Trainer Milan Sasic sehr viel. Der erst 19-jährige Julian Koch von Borussia Dortmund gilt als großes Talent, Benjamin Kern aus Ahlen ist zweitligaerfahren, und Verteidiger Branimir Bajic, der von Denizlispor aus der türkischen ersten Liga kommt, hat schon 21 Länderspiele für Bosnien gemacht. Sasic meint: „Die Abwehr steht schon mal. Aber wir haben noch einiges vor.“

Marco Plein