"Toller Repräsentant": Seehofer verleiht Sportpreis

Seehofer verleiht den Bayerischen Sportpreis: Magdalena Neuner, Martin Tomczyk, Stefan Bradl und Andreas Köpke sind unter den Preisträgern  
von  Matthias Kerber

Seehofer verleiht den Bayerischen Sportpreis: Magdalena Neuner, Martin Tomczyk, Stefan Bradl und Andreas Köpke sind unter den Preisträgern

MÜNCHEN - Rente mit 25 – zumindest, wenn man die erfolgreichste Biathletin aller Zeiten ist, ist das für Horst Seehofer Anlass genug, um einem auch im Rahmen des Bayerischen Sportpreises den Ehrenpreis des Ministerpräsidenten zu verleihen. Es geht natürlich um Magdalena Neuner. „Sie ist ein ein toller Repräsentant Bayerns“, sagte Seehofer. Da er auch nicht über Facebook, sondern klassisch geladen hatte, kam die Sportprominenz auch in Scharen und feierte Neuner.

Rodel-Legende Georg Hackl meinte zur AZ: „Die Lena hat jeden Preis der Welt verdient, aber ich bin persönlich dafür, ihr auch noch den Sympathie- und Nettigkeitspreis zu verleihen. Die ist so natürlich, so herzlich, so bayerisch, das ist toll. Ich weiß nicht, ob sie das geübt hat, ob man das lernen kann. Man sich keinen besseren Botschafter für Bayern vorstellen.“ Die so Gelobte meinte angesichts der Huldigungen: „Ich weiß gar nicht, was ich noch sagen soll. Ich bin doch nur eine Sportlerin.“

Ähnlich verlegen war Rennfahrerin Christina Surer. Was sagt man, wenn man die Laudatio über seinen Lebensgefährten, den eigenen Liebsten, halten soll? In dieser Bredouille befand sich Surer, die auch schon mal im „Playboy“ ihre Kurven präsentiert hat. „Ich war so nervös vor dieser Rede“, sagte Surer. Die nervöse Christina machte eine öffentliche Liebeserklärung. „Ich bin so stolz auf Dich“, sagte Surer über DTM-Champion Martin Tomczyk, der den Preis in der Kategorie „Botschafter des bayerischen Sports“ überreicht bekam, „Du bist mein Highlight. Dass ich dich jeden Tag für den Besten halte, ist ja kein Geheimnis mehr.“

Bei so viel öffentlichem Liebesgeturtel konnte sich Moderator Markus Othmer nicht zurückhalten. Er dichtete die Buchstaben DTM „Deutsche Tourenwagenmeisterschaft“ kurz in „Die Trauung, Martin“ um. Doch Tomczyk ließ sich nicht zu einem Heiratsantrag locken. „Wir sind glücklich verlobt, und eines Tages werden wir auch glücklich verheiratet sein“, sagte der Rosenheimer.

Vom Raser auf vier Rädern ging es zum Raser auf zweien. Motorrad-Weltmeister Stefan Bradl wurde in der Kategorie „Herausragender Nachwuchssportler" geehrt: Als Ehrenredner tat sich der TV-Star und Edelbiker Wolfgang Fierek hervor. Er, der mit der Chopper demnächst wieder auf der Route 66 durch die USA schunkeln wird, bekannte über Bradl: „Ich finde es bewundernswert, wie er seine Maschine bei diesem Geschwindigkeiten unter Kontrolle hat.“ Fierek übergab das Laudatoren-Zepter an Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher, der per Fernseher zugeschaltet wurde und sich schon als Motorrad-Rennfahrer versucht hatte: „Ich kann das ja beurteilen: Das, was ihr leistet, ist höher zu bewerten als das, was wir machen.“ Bradl, der bessere Schumi also.

Die nächste Ehrung gab es für Andreas Köpke, den ehemaligen Nationaltorhüter und heutigen Bundestorwarttrainer, für sein „sportliches Lebenswerk“. „Erst bin ich 50 geworden, und dann kriege ich noch den Preis für mein Lebenswerk – da dachte ich nur: Jetzt geht es dahin. Aber ich muss sagen, dieser Preis ist schon Balsam auf die Seele ist, die durch das Aus bei der EM schon etwas gelitten hat. Denn wir waren auf einem guten Weg.“

Box-Weltmeister Wladimir Klitschko war Laudator für Regisseur Sebastian Dehnhardt, der die Dokumentation „Klitschko“ in einer zweieinhalb jährigen Zusammenarbeit gedreht hat. auf. Es ist die Geschichte einer Bruderliebe. „Wir sind Repräsentanten unserer Familie. Und das zeigt der Film“, sagt Klitschko, der Dehnhardt den Ehrentitel „Fellini“ verpasst hat. Nach Federico Fellini, dem legendären Filmemacher, der etwa „Herr der Träume“ gedreht hat.

Einer der Ehrengäste war Eiskunstlauf-Olympiasiegerin und Bewerbungsbotschafterin Katarina Witt, die ja – vergeblich – um die Spiele 2018 für München gekämpft hatte. Doch sie ist des Kämpfens nicht müde. „Olympia 2018 das ist irgendwie auf meiner Stirn eingebrannt. Jetzt also vier Jahre später? Da muss halt irgendjemand den Startschuss geben!“ Wenn das keine Ansage für Seehofer ist. Und am besten gleich Neuner als Botschafterin dazu verpflichten!