Tokio vor erneutem Corona-Notstand

Vor den Olympischen Spielen steigen die Corona-Infektionszahlen in Tokio und die japanische Regierung sieht sich gezwungen, zu handeln.
| dpa
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Passanten gehen an Olympischen Ringen in Tokio vorbei. Während der Spiele wird es keine Fans in den Stadien geben.
Passanten gehen an Olympischen Ringen in Tokio vorbei. Während der Spiele wird es keine Fans in den Stadien geben. © Rodrigo Reyes Marin/ZUMA Wire/dpa
Tokio

Während der Olympischen Spiele soll in Tokio erneut der Corona-Notstand herrschen. Angesichts wieder deutlich steigender Infektionszahlen sehe sich die Regierung zu diesem Schritt gezwungen, wie japanische Medien berichteten.

Ministerpräsident Yoshihide Suga will seine Entscheidung demnächst bekanntgeben. Am Vortag hatte die Stadtverwaltung 920 neue Infektionsfälle gemeldet. Das ist der höchste Stand an Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden seit dem 13. Mai. Damit liegt die Zahl der Neuinfektionen seit 18 Tagen jeweils über dem Wert des gleichen Tages der Vorwoche. Eine Absage der Spiele scheint jedoch weder Japans Olympia-Machern noch dem IOC in den Sinn zu kommen. Die Spiele sollen am 23. Juli eröffnet werden - möglicherweise aber ohne Zuschauer.

Infektionslage ist ernst - vierter Notstand droht

Eigentlich hatte Suga lediglich eine Verlängerung des bis Sonntag angesetzten Quasi-Notstand mit weniger strengen Maßnahmen geplant. Doch die Infektionslage ist so ernst, dass man offenbar um einen Notstand nicht herumkommt. Das wäre inzwischen der vierte für Tokio. Der Notstand ist allerdings kein Lockdown mit harten Ausgangssperren wie in anderen Ländern. Während die Bürger aufgerufen sind, möglichst zu Hause zu bleiben, dürfen Restaurants keinen Alkohol ausschenken, kein Karaoke anbieten und müssen abends früher als normal schließen.

Der bevorstehende neue Corona-Notstand wird nach japanischen Medienberichten möglicherweise bis zum 22. August verhängt werden, also bis weit nach Ende der Spiele. Viele Menschen in Japan fürchten, dass die Spiele zu einem Superspreader-Event werden könnten. Japans Olympia-Macher und das Internationale Olympische Komitee betonten bisher immer, dass alles "sicher" ablaufen werde.

Entscheidung über Zuschauer fällt zeitnah

Eine Entscheidung über die weiterhin strittige Frage der Zulassung von heimischen Zuschauern wollen Japans Organisatoren gemeinsam mit der Zentralregierung, der Stadtverwaltung von Tokio sowie dem IOC und dem Paralympischen Komitee treffen - möglicherweise noch heute.

© dpa-infocom, dpa:210708-99-300846/3

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