Springreiter mit starkem Start bei Heim-Europameisterschaft

Der Auftakt bei der Heim-Europameisterschaft ist dem deutschen Springreiter-Team gelungen. Nach dem Aus von Maurice Tebbel kommt die Gastgeber-Mannschaft im Zeitspringen auf Rang zwei. Vor allem ein Reiter überzeugt.
| Von Michael Rossmann, dpa
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Die deutschen Springreiter um David Will erwischten einen gelungenen Start in Riesenbeck.
Die deutschen Springreiter um David Will erwischten einen gelungenen Start in Riesenbeck. © Friso Gentsch/dpa
Riesenbeck

Der Debütant strahlte nach seinem super-starken Auftakt bei der Heim-Europameisterschaft.

EM-Neuling David Will glänzte bei seinem ersten Einsatz bei einem Championat am Mittwoch in Riesenbeck mit einer famosen Runde mit seinem Pferd C Vier und verhalf seinem Team zu Platz zwei im Zeitspringen. "So kann es weitergehen", sagte der 33-Jährige aus dem hessischen Dagobertshausen, der im Einzel sogar Erster ist.

Das Team von Bundestrainer Otto Becker liegt nach dem Zeitspringen nur hinter Olympiasieger Schweden. Auf den Plätzen drei und vier folgen die Schweiz und die Niederlande. Weiter geht es mit den zwei Runden des Nationenpreises am Donnerstag und Freitag. "Die Jungs sind gut geritten", sagte der Bundestrainer. "Ich bin grundsätzlich zufrieden."

Überzeugend war vor allem der Auftritt von Debütant Will, der als Schlussreiter ohne Abwurf blieb und im Einzel vor dem Schweden Peder Fredricson mit Catch Me Not liegt. Zweitbester deutscher Reiter ist Christian Kukuk aus Riesenbeck, der bei seinem Heimspiel mit Mumbai auf Rang zehn kam.

Als Erster des deutschen Teams musste André Thieme in den Parcours und ritt mit hohem Tempo. Trotz eines Abwurfs kam der 46-Jährige aus Plau am See mit Chakaria noch auf Rang 17 in der Einzelwertung. "Das war fast richtig gut", kommentierte Thieme angesichts des Abwurfs, der in Strafsekunden umgerechnet wurde. "Ich hatte den Auftrag, Risiko zu gehen", berichtete der Reiter nach seinem ersten EM-Ritt. Den Auftritt vor eigenem Publikum bezeichnete er als "Extra-Druck".

Ein Heimspiel in Riesenbeck hat Christian Kukuk, der bei EM-Organisator Ludger Beerbaum arbeitet und als zweiter deutscher Reiter eine makellose Runde mit Mumbai zeigte. Für ihn sei es "kein Druck, hier zu reiten, und kein Heimvorteil". Es sei für ihn "eher eine extra Heim-Motivation". Zu seinem Auftakt sagte Kukuk: "Das hätte nicht besser laufen können. Da gibt es nichts zu meckern."

Ehning reitet für Tebbel

Für Maurice Tebbel, dessen Don Diarado nicht fit ist, war Marcus Ehning ins Team gerutscht und kassierte mit Stargold zwei Abwürfe. "Ich musste einiges riskieren", berichtete der 47-Jährige aus Borken: "Das waren dann zwei Fehler zu viel." Ehning meinte: "Der erste Fehler war überflüssig, der zweite geht auf meine Kappe."

Ausgerechnet Will war Schlussreiter. Der 33-Jährige ist noch nie bei einem Championat für Deutschland geritten, "mag aber die Position hinten - das habe ich schon bei Nationenpreisen gehabt". Mit dem Wallach C Vier überzeugte er. "David hat eine sensationelle Runde gezeigt", lobte Becker.

Nur Zuschauer war Maurice Tebbel, der mit traurigem Blick die Ritte der Kollegen verfolgte. Sein Pferd Don Diarado konnte am Mittwoch wegen eines Hufgeschwürs nicht eingesetzt werden. "Das hatte ich mir natürlich ganz anders vorgestellt, gerade vor der Haustür", sagte der sichtlich geknickte Reiter aus dem 30 Kilometer entfernten Emsbüren. "Ich mus versuchen, darüber hinwegzukommen." Tebbel hofft nun, "dass es bis Aachen besser ist". Der CHIO beginnt in zwei Wochen.

© dpa-infocom, dpa:210901-99-52230/4

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