Sieg in Bad Homburg - Kerber mit Erfolg nach Wimbledon

Eine bessere Premierensiegerin in Bad Homburg hätte sich Angelique Kerber nicht wünschen können. In ihrer Doppelrolle als Teilnehmerin und Turnierbotschafterin erfüllt sie sich die Titel-Hoffnung. Wie viele Zweifel bleiben vor Wimbledon?
| Von Kristina Puck, dpa
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Angelique Kerber hält nach ihrem Sieg den Pokal hoch.
Angelique Kerber hält nach ihrem Sieg den Pokal hoch. © Sebastian Gollnow/dpa
Bad Homburg

Mit ihrem ersten Titelgewinn seit ihrem Wimbledon-Triumph vor drei Jahren kehrt Angelique Kerber an den Ort ihres größten Erfolgs zurück.

In Bad Homburg entschied die beste deutsche Tennisspielerin das Endspiel verdient mit 6:3, 6:2 gegen die ungesetzte Tschechin Katerina Siniakova für sich. Nach Monaten voller enttäuschender Auftritte sicherte sich Kerber das ersehnte, lange nicht erlebte Glücksgefühl und darf mit etwas mehr Zuversicht nach Wimbledon reisen. Gleich am Montag beginnt das prestigeträchtigste Tennis-Turnier der Welt.

"Besser hätte es nicht laufen können", sagte Kerber in der ARD. "Ich habe mich so wohl gefühlt. Ich bin froh, dass ich endlich mal wieder ein Turnier gewonnen habe. Ich werde jetzt natürlich mit Selbstvertrauen nach Wimbledon reisen."

Unterstützt von 600 Zuschauern kämpfte sich Kerber zu ihrem 13. Titel in einem Finale, das nicht an die Qualität ihres Halbfinals gegen die zweimalige Wimbledon-Siegerin Petra Kvitova heranreichte. Am Tag nach zwei Matches mit insgesamt sechs Sätzen präsentierte sich die Schleswig-Holsteinerin aber insgesamt erneut bei ihrem sonst oft schwachen Aufschlag verbessert. Von der Grundlinie war die deutsche Nummer eins gegen Doppelspezialistin Siniakova oft die bessere und konstantere Spielerin.

Nach einem Auf und Ab, aber sicher gewonnenen ersten Satz ging die Finalfavoritin im zweiten Abschnitt gleich in Führung, musste das 2:2 aber wieder hinnehmen. Die Weltranglisten-76. Siniakova, im Viertelfinale Siegerin gegen Laura Siegemund, konnte auch eine schwächere Phase von Kerber nicht nutzen. Die French-Open-Siegerin im Doppel machte schlicht zu viele Fehler. Mit dem Spiel zum 4:2 hatte Kerber den Widerstand gebrochen.

Der für Wimbledon vielleicht noch bedeutenderen Sieg war Kerber im Halbfinale gegen die an eins gesetzte Kvitova gelungen. "Ich denke, dass es schon sehr wichtig ist, besonders für mein Selbstvertrauen und für mich", räumte sie ein. "Dass ich mir selber gezeigt habe, dass ich solche enge Partien weiter gewinnen kann."

Zwei Jahre lang hatte die Linkshänderin kein Finale mehr gespielt. Zuletzt hatte sie 2019 ebenfalls vor Wimbledon im Endspiel gestanden. Es folgte ein enttäuschendes ebenso wie rätselhaftes Zweitrunden-Aus in Wimbledon. Mit der Woche in Bad Homburg hat Kerber Zweifel an ihrer Form für den Moment verstummen lassen. Doch diesmal sind Erwartungen über die ersten paar Runden hinaus nicht angebracht.

Kerber weiß selbst, dass sie sich bei den bisherigen Grand-Slam-Turnieren in diesem Jahr in der ersten Runde blamiert hatte. "Ich denke, in Wimbledon gibt es andere Topfavoritinnen. Wimbledon ist für mich Tag für Tag, jede Runde ist ein Erfolg", beschwichtigte sie: "Ich werde versuchen, das mitzunehmen, was ich hier erreicht habe und wie ich gespielt habe."

Ihre Erstrunden-Gegnerin in Wimbledon ist die Weltranglisten-86. Nina Stojanovic aus Serbien. In der dritten Runde wäre eine reizvolle Begegnung mit der US-Amerikanerin Serena Williams möglich.

© dpa-infocom, dpa:210626-99-153162/4

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