Moderner Fünfkampf nach Paris 2024 ohne Reiten

Im Modernen Fünfkampf wird nach den Olympischen Spielen 2024 nicht mehr geritten. Was aber wird in der traditionsreichen Sportart fünfte Disziplin anstelle von Springreiten?
| dpa
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
Artikel empfehlen
Reiten wird nach den Olympischen Spielen 2024 in Paris nicht mehr Teil des Modernen Fünfkampfs sein.
Reiten wird nach den Olympischen Spielen 2024 in Paris nicht mehr Teil des Modernen Fünfkampfs sein. © Marijan Murat/dpa
Berlin

Der Moderne Fünfkampf soll nach den Olympischen Spielen 2024 in Paris ohne Reiten stattfinden. Das hat der Weltverband UIPM vor seiner Mitgliederversammlung Ende November beschlossen.

Damit zieht der Verband die Konsequenzen aus den Vorfällen bei den Olympischen Spiele in Tokio. Dort hatte die Deutsche Annika Schleu für großes Aufsehen und scharfe Kritik gesorgt. Die damals Führende im Zwischenklassement war mit einem ihr zugelosten und völlig verunsicherten Pferd nicht zurechtgekommen, hatte verzweifelt Gerte und Sporen eingesetzt.

"Historische" Entscheidung

Die Union Internationale de Pentathlon Moderne (UIPM) hat nach eigenen Angaben nun ein Verfahren eingeleitet, um einen geeigneten Ersatz für das Reiten zu finden. Der Verband schrieb von einem "historische Schritt", nachdem der Vorstand die Entscheidung gebilligt habe.

Bei Olympia 2024 wird zwar ein im Vergleich zu Tokio verändertes Format genutzt, Reiten gehört aber noch zum Fünfkampf in Paris. Die Änderungen "werden rechtzeitig für die Olympischen Sommerspiele in Los Angeles 2028 umgesetzt", hieß es. "Der Konsultationsprozess wird bestimmte Interessengruppen einbeziehen, nämlich Athleten und Trainer sowie Medien- und Marketingpartner."

Verstörende TV-Bilder aus Tokio

Szenen wie in Tokio soll es dann nicht mehr geben, als Bundestrainerin Kim Raisner das Pferd mit der Faust geschlagen und gefordert hatte: "Hau mal richtig drauf!" TV-Zuschauer und auch die deutschen Dressur-Olympiasiegerinnen Isabell Werth und Jessica von Bredow-Werndl hatten entsetzt reagiert.

Wegen Tierquälerei ermittelt die Staatsanwaltschaft Potsdam gegen Schleu und Raisner. Der Disziplinarausschuss des Weltverbandes hatte der Trainerin zudem einen Verweis erteilt und die Akkreditierung für künftige Wettkämpfe von der Teilnahme an einem Trainingsseminar zum richtigen Umgang mit Pferden abhängig gemacht.

Der öffentliche Druck nach Tokio war zu groß, auch wenn Weltverbandspräsident Klaus Schormann das Springreiten kurz nach den Spielen noch als "integralen Bestandteil des Modernen Fünfkampfs auf der Grundlage der Vision von Baron Pierre de Coubertin" bezeichnet hatte.

© dpa-infocom, dpa:211104-99-869519/3

  • Themen:
Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen Artikel empfehlen