Keine Medaille "im Land des Judos" für Brussig-Zwillinge

Die Brussig-Zwillinge Ramona und Carmen haben einen großen Traum: Noch einmal zwei Medaillen im "Mutterland des Judos". Er bleibt am Freitag unerfüllt. Dafür lebt der Traum der Tischtennisspieler weiter.
von  dpa
Ramona Brussig (l) blieb in Tokio ohne Medaille.
Ramona Brussig (l) blieb in Tokio ohne Medaille. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Der Traum von zwei Medaillen im "Land des Judos" blieb für die Zwillinge Carmen und Ramona Brussig zum Abschluss großer Paralympicskarrieren unerfüllt.

Ein Weitermachen bis Paris 2024 schloss Ramona Brussig nach ihrer bitteren Niederlage im Kampf um Bronze gegen Natalija Nikolajschik aus der Ukraine aber aus. "Vielleicht mache ich noch mal ein kleineres Turnier. Eine EM oder so", sagte sie: "Aber mit Sicherheit gibt es keine Spiele mehr für mich."

Ob dies auch für ihre Schwester Carmen gelte, die in der Klasse bis 48 Kilogramm zunächst im Achtelfinale ausschied und dann in der Hoffnungsrunde, also ob es die beiden weiter nur im Doppelpack gibt, ist offen. "Darüber haben wir uns noch keine Gedanken gemacht", sagte Ramona.

Sichere Medaille für Baus

Eine Medaille sicher hat derweil Tischtennisspieler Valentin Baus. Der Düsseldorfer, der an der Glasknochenkrankheit leidet, erreichte das Halbfinale und hat damit Bronze sicher. Die Chance dazu hatten später am japanischen Abend auch noch seine Düsseldorfer Vereinskollegen Thomas Schmidberger und Sandra Mikolaschek sowie Björn Schnake vom TSV Thiede. Nachdem alle vier in Rio gewonnenen Medaillen der Tischtennisspieler silbern waren, ist nun mindestens einmal Gold das große Ziel.

Das hatten sich die Brussigs schon nicht mehr explizit gesetzt, obwohl die beiden 44-Jährigen, die in Leipzig geboren sind und für Schwerin starten, bis Freitag nie bei Paralympics ohne Medaille geblieben waren. Ramona hatte bei zuvor bei vier Teilnahmen je zweimal Gold und zweimal Silber gewonnen, Carmen bei drei Teilnahmen einen kompletten Medaillensatz gesammelt.

Nach Rio 2016 machten sie wegen der besonderen Bedeutung ihrer Sportart im Gastgeberland bis Tokio weiter. Zur Vorbereitung lebten und trainierten die beiden 2017 ein halbes Jahr in Japan. "Es hat sich trotzdem gelohnt, den Weg gegangen zu sein", sagte Ramona: "Es war ein schönes Gefühl, hier im Mutterland des Judos dabei gewesen zu sein." Damit, dass sie diesmal ohne Medaille bleiben könnten, "haben wir uns vorher auseinandergesetzt. Jetzt ist es natürlich enttäuschend, aber ein fünfter Platz ist auch eine gute Leistung."

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