Hopp oder Top: Handballer hoffen auf Verbleib in Tokio

Nach einer guten Vorrunde gehen Deutschlands Handballer bei den Olympischen Spielen selbstbewusst in die heiße K.o.-Phase. Im Viertelfinale muss ein Sieg gegen Ägypten her, um den Traum vom Edelmetall am Leben zu erhalten.
| Von Eric Dobias und Volker Gundrum, dpa
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Will mit Deutschlands Handballern noch länger in Tokio bleiben: Juri Knorr (r).
Will mit Deutschlands Handballern noch länger in Tokio bleiben: Juri Knorr (r). © Swen Pförtner/dpa
Tokio

Auf einen vorzeitigen Heimflug mit den deutschen Handballern hat Juri Knorr überhaupt keinen Bock.

"Wir sind bereit für die K.o.-Phase und mental voll auf der Höhe. Es ist ein Spiel, das entscheidet über mögliche Medaillenchancen oder den Weg nach Hause", betonte das Team-Küken im Kader von Bundestrainer Alfred Gislason vor dem Olympia-Viertelfinale gegen Ägypten an diesem Dienstag (13.45 Uhr/ZDF und Eurosport).

Wie schon beim 29:25 gegen Brasilien zum Abschluss der Gruppenphase, als der Neuzugang von den Rhein-Neckar Löwen mit sechs Toren glänzte, könnte der Sohn des einstigen Nationalspielers Thomas Knorr im Duell mit dem Afrika-Champion zu einem wichtigen Faktor im deutschen Spiel werden. Denn so richtig auf der Rechnung haben die Gegner den 21-Jährigen in Tokio noch nicht.

"Diesen Brustlöser braucht man"

"Für mich persönlich war es ein sehr wichtiges Spiel, weil ich das erste Mal zeigen konnte, dass ich unter Druck der Mannschaft helfen kann. Diesen Brustlöser braucht man einfach, gerade auf dem Level", sagte Knorr am Montag und fügte hinzu: "Auch für die Mannschaft war es wichtig, weil sie gesehen hat, der Kleine kann uns weiterhelfen." Dafür gab es sogar ein Extra-Lob vom Bundestrainer. "Mich hat die Leistung von Juri sehr gefreut. Er hat ein sehr starkes Spiel gemacht", sagte Gislason.

Nicht nur für die Partie gegen Ägypten hat Papa Thomas dem Jung-Nationalspieler, der im November 2020 sein Debüt in der DHB-Auswahl feierte, eine einfache Marschroute mitgegeben. "Ich soll, wenn ich reinkomme, mein Ding machen und Spaß dabei haben. Selbstbewusst rangehen, vorangehen und nicht davor scheuen, eine Entscheidung zu treffen", berichtete Knorr.

Bei einem Sieg würde er mit seinen Teamkollegen nicht nur weiter von einer Medaille träumen können, sondern auch den Vater übertrumpfen. Der wurde 1996 in Atlanta mit der DHB-Auswahl Olympia-Siebter. "Natürlich habe ich mit meinem Vater darüber geredet. Vielleicht stand damals die Party mehr im Vordergrund", sagte Knorr junior und ergänzte: "Es wäre natürlich schön, besser abzuschneiden als Platz sieben."

Gislason warnt vor Ägypten

Dafür muss eine konzentrierte Leistung her - von der ersten bis zur letzten Minute. "Das ist eine sehr gute Mannschaft", warnte Gislason vor den Ägyptern. "Wir werden alles reinlegen in dieses Spiel." Im letzten Olympia-Test vor gut drei Wochen gelang in Nürnberg ein 29:27. "Wir wissen, dass da eine richtig gute Mannschaft auf uns zukommt, aber wir wollen ins Halbfinale", sagte Kreisläufer Hendrik Pekeler.

Das wäre auch ganz im Sinne von Knorr, der seine ersten Olympischen Spiele trotz der Corona-Umstände in vollen Zügen genießt. "Jeden Tag in die Mensa zu gehen und dort die besten Sportler der Welt zu treffen, ist toll", sagte Knorr. Auch sein größtes Idol - Sloweniens Basketball-Star Luka Doncic - hat er aus der Nähe bewundern können. "Es ist schon cool, wenn man solche Jungs hier trifft. Das ist für mich auch ein Ansporn. Ich bin nicht nur der Fan-Junge, der die großen Sportler hier anschauen darf, sondern will auch abliefern." Für die deutschen Handballer könnte das am Ende vielleicht sogar Gold wert sein.

© dpa-infocom, dpa:210802-99-663940/2

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