HBL-Chef schlägt Alarm: Zuschauer-Problem deutet sich an

Endlich dürfen wieder Zuschauer im größeren Stil in die Handball-Hallen. Die Kulisse beim Supercup-Triumph des THW Kiel in Düsseldorf gegen Lemgo ist jedoch enttäuschend. Bundesliga-Chef Bohmann schwant kurz vor dem Liga-Start ein Problem.
| Von Carsten Lappe, dpa
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Beim Supercup waren nur 3007 Fans in der Halle.
Beim Supercup waren nur 3007 Fans in der Halle. © Marius Becker/dpa
Düsseldorf

Sorgen statt Vorfreude. Was zur Initialzündung für eine stimmungsvolle neue Handball-Saison endlich wieder mit Zuschauern werden sollte, löste zumindest beim Bundesliga-Chef einige bange Gedanken aus.

HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann sieht wenige Tage vor dem Bundesligastart ein Zuschauer-Problem auf die Clubs zukommen. "Die kommen hoffentlich wieder, ansonsten wird es gar nicht so leicht", sagte Bohmann mit Sorgenfalten auf der Stirn nach dem Supercup-Sieg von Rekordmeister THW Kiel durch das 30:29 (17:14) gegen Pokalsieger TBV Lemgo Lippe in Düsseldorf.

Nur 3007 Fans beim Supercup

Gemeint waren die Zuschauer. Auf bis zu 8000 hatte man nach etlichen Monaten ohne Publikum gehofft. Tatsächlich kamen aber nur 3007. Enttäuschend - daraus machte Bohmann überhaupt keinen Hehl. "Wir hätten uns sicher mehr gewünscht. Es wären mehr gegangen", sagte der 56-Jährige. "Das zeigt auch, dass es kein Selbstläufer ist. Das wird an einigen Standorten ähnlich aussehen. Man wird einen Teil der Leute erst wieder zurück gewinnen müssen", prophezeite Bohmann vor dem Start der Bundesliga am Mittwoch.

Wie sehr die Zeit ohne Fans in den Hallen an Spielern und Trainern genagt hatte, zeigte auch die Einschätzung von Lemgos Coach Florian Kehrmann. Der Weltmeister von 2007 sei "total geflasht" von der Stimmung der wenigen Zuschauer gewesen. In der Tat sorgten die (wenigen) Fans doch für einen würdevollen Rahmen von Kiels elftem Supercup-Triumph.

Beide Teams boten auch starke Leistungen. Kehrmann hatte bereits vor der Partie gewarnt, dass die Clubs nach der langen Zeit die Zuschauer erst mit begeisternden Vorstellungen zurückgewinnen müssten. "Das war schon mal ein tolles Handballspiel und hat Spaß gemacht", sagte Kehrmann, der den großen THW anders als beim Erfolg im Pokal-Halbfinale diesmal nur etwas kitzeln konnte. Der Rekordmeister hielt das Spiel nur wegen des starken Lemgoer Keepers Peter Johannesson spannend und tat nie mehr als nötig für die Pokal-Revanche. "Ich bin froh, dass die Saison tatsächlich eröffnet ist und wir jetzt loslegen können", sagte Kiels Coach Filip Jicha.

THW mit Projekt Titel-Verteidigung am Start

Für den Rekordmeister soll es nur die Ouvertüre zur Titeljagd in der neuen Saison sein. Das Projekt Titel-Verteidigung in der Bundesliga startet am Mittwoch gegen Balingen-Weilstetten. Dann könnten sogar über 9000 Zuschauer mit dabei sein. An anderen Standorten sieht dies freilich anders aus. Bohmann schimpfte auch über die unterschiedlichen Coronaschutz-Bestimmungen in Deutschland: "Das ist ein Landesflickenteppich, es bleibt dabei."

In anderen Städten dürfen von Mittwoch an weitaus weniger Zuschauer in die Hallen, was die betroffenen Clubs vor wirtschaftliche Probleme stellen könnte. Zumindest in der Hinsicht versprühte der HBL-Chef Zuversicht. "Das ist ein Problem für die ersten Wochen. Ich gehe davon aus, dass es auch in den stark beschränkten Bundesländern zu weiteren Lockerungen kommen wird", sagte Bohmann.

© dpa-infocom, dpa:210905-99-99461/3

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