Hachings Volleyballer zurück: So sieht Macher Paduretu die Zukunft

Der TSV Unterhaching tritt überraschend doch in der Volleyball-Bundesliga an. In der AZ verrät Mihai Paduretu, wie es dazu kam – und wie die Pläne aussehen.
von  Interview: Simon Stuhlfelner
Unterhachings Volleyball-Macher Mihai Paduretu.
Unterhachings Volleyball-Macher Mihai Paduretu. © Rauchensteiner/Augenklick

Mihai Paduretu (53) war bis 2014 17 Jahre lang Trainer des Volleyball-Bundesligisten Generali Haching. Derzeit ist er Geschäftsstellenleiter beim TSV Unterhaching.

Es ist das nächste Kapitel in Unterhachings wechselvoller Volleyball-Geschichte: Nach dem Aus der Alpenvolleys Haching, jenes deutsch-österreichischen Kooperationsprojekts, schien das Kapitel Bundesliga in Unterhaching fürs Erste beendet.

Doch nun rückt der bisherige Zweitligist TSV Unterhaching überraschend in die Bundesliga nach. Die AZ hat sich mit Hachings Volleyball-Macher Mihai Paduretu darüber unterhalten.

AZ: Herr Paduretu, als wir vor zweieinhalb Monaten über das Aus der Alpenvolleys Haching gesprochen haben, sagten Sie: "Wir hoffen, dass wir, sobald es die Umstände zulassen, mit dem TSV Unterhaching wieder in die 1. Liga aufsteigen können." Hätten Sie damals gedacht, dass es so schnell geht?
MIHAI PADURETU: Natürlich nicht, wir hatten uns ja für die 2. Liga angemeldet und bereit das Lizenzierungsverfahren begonnen, als sich durch einige Gespräche eine neue Möglichkeit geboten hat. Es wurde uns von der Liga, die nach dem Aus von drei Teams auf der Suche nach neuen Klubs war, ein sogenanntes Corona-Paket angeboten: Wir würden nachträglich per Ausnahmeregelung eine Lizenz erhalten, die Liga würde uns als elftes Team aufnehmen und uns als Aufsteiger intensiv unterstützen und begleiten. Wir haben uns im Klub intern mit den Spielern, Funktionären und Ehrenamtlichen besprochen, und es war kein Einziger dabei, der gesagt hat: Das sollten wir nicht machen.

Unterhachings Volleyball-Macher Mihai Paduretu.
Unterhachings Volleyball-Macher Mihai Paduretu. © Rauchensteiner/Augenklick

Paduretu: "Wir wollen eine Plattform für junge Spieler bieten"

Verspüren Sie nun pure Freude über die unverhoffte Rückkehr oder überwiegt der Respekt vor dieser großen Aufgabe?
Beides. Wir sind uns bewusst, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben, aber wir wollen wieder, wie vor 20 Jahren nach dem ersten Aufstieg mit Generali Haching, eine Plattform für junge Spieler bieten. Es wird sportlich am Anfang sehr schwierig werden, das ist uns völlig klar, aber die Spieler nehmen das in Kauf. Sie werden sich erstmal an die Erste Liga anpassen müssen und verstehen müssen, was die Bundesliga bedeutet. Wichtig war auch das Entgegenkommen in der Corona-Krise, dass im nächsten Jahr keine Mannschaft sportlich absteigen wird, sodass wir im ersten Jahr keinen riesigen Druck haben.

Sie müssen Ihren Etat gegenüber der 2. Liga steigern. Wer finanziert das Unternehmen Bundesliga?
Das sind unsere Sponsoren, die uns weiter unterstützen. Einige davon werden wir in den nächsten Wochen vorstellen.

Der Mindestetat, den die Bundesliga von ihren Klubs fordert, liegt normalerweise bei 250.000 Euro...
Wir reden nicht über Geld, aber so viel kann ich sagen: Wir haben im Vergleich zur Konkurrenz einen Mini-Etat. Für uns ist wichtig, dass wir alle Spaß haben, dass sich unsere Spieler gut entwickeln und dass wir hier eine tolle Atmosphäre in unserer Bayernwerk-Arena haben. Alles andere wird sich Schritt für Schritt entwickeln. Vielleicht stehen wir im zweiten Jahr auch finanziell schon besser da.

Unterhaching: Jonas Sagstetter kommt aus der U20

Wie sieht denn das sportliche Konzept aus? Gibt es schon Zusagen von Spielern?
Da muss ich Sie um Geduld bitten, wir haben erst gestern die endgültige Entscheidung über unsere Ligenzugehörigkeit erfahren. Wie gesagt: Wir wollen hauptsächlich mit jungen Spielern antreten, die sich hier entwickeln und Spielpraxis sammeln können. Einer davon wird Jonas Sagstetter sein, der bereits bei uns in der U20 gespielt hat und jetzt ganz begeistert ist, dass er in Unterhaching Bundesliga spielen kann.

Eine weitere Personalie ist bereits fix: Ex-Nationalspieler Patrick Steuerwald, der bereits fünf Jahre für Generali Haching und später zwei Jahre für Herrsching spielte, wird zurückkehren und im Trainerstab arbeiten.
Er wird zusammen mit unserem letztjährigen Cheftrainer Stanislav Pochop ein Team bilden - wer Chef- und wer Co-Trainer wird, das müssen wir noch entscheiden. Ein ehemaliger deutscher und ein ehemaliger tschechischer Nationalspieler, beide haben die A-Lizenz - ich denke, sie werden sich sehr gut ergänzen.