Große Enttäuschung für Gold-Hoffnung Hinze: Halbfinal-Aus

Emma Hinze reiste als Dreifach-Weltmeisterin zu den Olympischen Spielen. Nach Silber im Teamsprint bleibt sie aber im Keirin hinter den Erwartungen zurück. Nach dem Halbfinal-Aus wartet noch eine Chance.
| Von Stefan Tabeling und Tom Bachmann, dpa
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Emma Hinze (l) im olympischen Keirin-Wettbewerb.
Emma Hinze (l) im olympischen Keirin-Wettbewerb. © Sebastian Gollnow/dpa
Izu

Emma Hinze trudelte mit leerem Blick ins Ziel, dann verschwand die Dreifach-Weltmeisterin frustriert in der deutschen Box. Die Bahnrad-Überfliegerin erlebte bei den Olympischen Spielen die erste große Enttäuschung.

Nach einem Keirin-Wettbewerb zum Vergessen schied die 23 Jahre alte Topfavoriten am Donnerstag auf der Highspeed-Bahn von Izu bereits im Halbfinale aus. Damit verfehlte sie klar ihre zweite Medaille, nachdem sie im Teamsprint noch Silber mit Lea Sophie Friedrich geholt hatte.

"Man muss hellwach sein. Emma will verteidigen, macht aber den Sprint-Korridor frei. Das Einmaleins des Keirin ist, immer an der schwarzen Linie bleiben", analysierte die querschnittsgelähmte Rekord-Weltmeisterin Kristina Vogel als ZDF-Expertin den fehlerhaften Lauf ihrer Nachfolgerin. Vogel hatte 2016 in Rio den letzten Einzel-Olympiasieg einer deutschen Radsportlerin geholt.

Aus logische Folge

Das Aus im Halbfinale war fast schon die logische Folge. In der ersten Runde am Mittwoch ("Ich habe den Lauf verpennt") stand sie bereits vor dem Aus, zitterte sich erst über den Hoffnungslauf ins Viertelfinale. Dort reichte nach einem Sturz zweier Rivalinnen Platz vier zum Weiterkommen. Souverän war anders. Und im Halbfinal-Lauf übernahm sie die Führung, konnte diese aber nicht mehr halten.

Für ihre noch zwei Jahre jüngere Teamkollegin Lea Sophie Friedrich lief es noch schlechter. Die 21-Jährige verabschiedete sich im Viertelfinale aus dem Wettbewerb. Damit muss das deutsche Bahnrad-Team weiter auf die dritte Medaille warten. Am Dienstag hatte der deutsche Frauen-Vierer mit Weltrekord Gold geholt.

Hinze war als große Favoritin nach Japan gereist, nachdem sie vor 18 Monaten bei der WM in Berlin die Konkurrenz in dem Kampfsprint dominiert hatte. Der Druck schien sie aber ein wenig zu lähmen. Hinze hatte es nach alter Tradition schon im Vorfeld vermieden, eine Zielstellung öffentlich auszugeben. Doch nach den Vorleistungen war dies eigentlich auch nicht nötig.

Chance im Sprint

Zeit zum Verschnaufen bleibt kaum. Bereits am Freitag beginnt der Sprint-Wettbewerb, in dem Hinze und Friedrich eigentlich zu den Anwärterinnen auf eine Medaille zählen. Bundestrainer Detlef Uibel hatte nach dem Teamsprint seine beiden Juwele noch gelobt. "Lea ist 21, Emma 23. Den Mädels gehört die Zukunft", sagt der Coach.

Bei den deutschen Männern ließ Routinier Maximilian Levy alte Klasse aufblitzen, mehr als das Viertelfinale war für den 34-Jährigen aus Cottbus aber nicht drin. Dafür war der Brite Jack Carlin in zwei Läufen zu stark. Damit ist kein deutscher Fahrer mehr in der Königsdisziplin vertreten, nachdem Ex-Weltmeister Stefan Bötticher (Chemnitz) bereits eine Runde zuvor gescheitert war.

© dpa-infocom, dpa:210805-99-719692/9

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