Ganz Kolumbien feiert Giro-Sieger Bernal

Die Freude über den Giro-Sieg von Egan Bernal in seinem Heimatland Kolumbien ist riesig. Auch Präsident Duque gratuliert in politisch unruhigen Zeiten dem Profi aus Bogotá.
| dpa
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Egan Bernal wird nach seinem Giro-Sieg in der Heimat gefeiert.
Egan Bernal wird nach seinem Giro-Sieg in der Heimat gefeiert. © Fabio Ferrari/LaPresse via ZUMA Press/dpa
Zipaquirá/Mailand

Nach seinem Triumph beim 104. Giro d'Italia hat ganz Kolumbien Radprofi Egan Bernal gefeiert und beglückwünscht - und für einen Tag die seit rund einem Monat anhaltenden, von Gewalt überschatteten Proteste vergessen.

So bejubelten etwa Hunderte Menschen in Zipaquirá im Großraum Bogotá, wo der 24-Jährige aufgewachsen ist, den Triumph, wie auf Fotos der kolumbianischen Zeitung "El Tiempo" zu sehen war. Viele von ihnen trugen Trikots der Fußball-Nationalmannschaft oder Trikots der britischen Ineos-Mannschaft, deren Kapitän Bernal ist, und waren ausgestattet mit Fahrrädern.

Zu den prominenten Gratulanten gehörte unter anderen Fußballer Radamel Falcao. "Beifall und Bewunderung", schrieb der Profi von Galatasaray Istanbul auf Twitter. Kletterspezialist Bernal hatte seinen Gesamtsieg beim Giro d'Italia vor dem Italiener Damiano Caruso mit einem 24. Platz im finalen Einzelzeitfahren am Sonntag in Mailand perfekt gemacht. Spätestens seit seinem Sieg bei der Tour de France 2019 ist er im Radsport-verrückten Kolumbien ein Nationalheld.

Auch der Präsident gratuliert

Die Bürgermeisterin von Kolumbiens Haupt- und Bernals Geburtsstadt Bogotá, Claudia López, schrieb auch mit Blick auf den Fünften Daniel Martínez, der Bernal geholfen hatte, die ein oder andere Schwäche zu überwinden: "Glückwunsch an unsere beiden campeones dafür, dass sie uns den Wert der Freundschaft, der Leidenschaft, der Disziplin und der Teamarbeit gelehrt haben." Präsident Iván Duque hob Bernal und Martínez als Beispiel für die Jugend hervor, die derzeit gegen seine Politik demonstriert. "Danke für so viel Freude und dafür, den Namen des Landes in den Vordergrund zu stellen."

Seit Ende April gibt es in verschiedenen Städten des südamerikanischen Landes immer wieder zahlreiche Proteste und auch Ausschreitungen. Bislang starben nach den jüngsten Angaben der nationalen Ombudsstelle im Zusammenhang mit den Protesten mindestens 44 Menschen, viele durch Polizeigewalt.

© dpa-infocom, dpa:210530-99-799029/4

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