Leipzig dank Reifeprozess in K.o.-Runde

Nach dem 3:3 beim FC Bayern hat RB Leipzig dem englischen Rekordmeister den Knockout verpasst. Manchester ist trotz des 5:0-Erfolgs im Hinspiel ausgeschieden. Die Sachsen lösten das Achtelfinalticket der Königsklasse mit einem 3:2-Sieg.
von  Von Frank Kastner, dpa
Steht mit Leipzig erneut in der K.o.-Runde der Königsklasse: RB-Coach Julian Nagelsmann.
Steht mit Leipzig erneut in der K.o.-Runde der Königsklasse: RB-Coach Julian Nagelsmann. © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Zwei Mal hintereinander in die K.o.-Runde der Champions League: Für Julian Nagelsmann ist der Einzug ins Achtelfinale bei der erst dritten Teilnahme an der Königsklasse keine Selbstverständlichkeit, aber Beleg für den Reifeprozess von RB Leipzig.

"Es trifft ja auch den einen oder anderen großen Club, der nicht weiterkommt. Das sieht man ja auch bei uns in der Gruppe. Es sind außergewöhnliche Leistungen, die die Jungs da auf dem Platz bringen. Als Trainer bleibt dir nur, den Wunsch zu äußern, dass es auf diese Art und Weise weiter geht", sagte Nagelsmann nach dem 3:2-Sieg am Dienstagabend im Gruppenendspiel gegen Manchester United.

Nach dem 3:3 beim deutschen Rekordmeister FC Bayern schalteten die Leipziger den englischen Rekordmeister aus. Mit Blick auf die nächste Bundesliga-Aufgabe am Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen Werder Bremen meinte der 33-jährige Cheftrainer: "Ich finde schon, dass wir gereift sind gegenüber letztem Jahr. Das ist vielleicht der Vergleich, den man ziehen kann. Dass wir auch aktuell in der Liga gegen vermeintlich etwas schwächere Teams noch keine Federn gelassen haben, was letztes Jahr ein paar Mal passiert ist." Zwar könne das "auch mal passieren, aber da sind wir schon gereift. Die Jungs sind gierig, nach wie vor gierig. Die Jungs glauben an sich, haben eine Topmentalität, marschieren bis zum Ende".

Nach dem Sieg gegen die Red Devils, die im Hinspiel RB im Old Trafford noch mit 5:0 überrannt hatten, drückte Nagelsmann jeden einzelnen Spieler und brüllte seine Freude in den Abendhimmel. Mit Hochgeschwindigkeitsfußball spielten die Sachsen die Briten teilweise schwindlig und zogen in der mit Paris Saint-Germain hochkarätig besetzten Gruppe H am 20-fachen englischen Meister vorbei.

Nach Angelinos Blitztor nach 109 Sekunden trafen Amadou Haidara (13.) und Justin Kluivert (69.) für Leipzig. Bruno Fernandes (80./Foulelfmeter) und Paul Pogba (82.) sorgten aber noch einmal für Spannung. Doch RB-Keeper Peter Gulacsi hielt mit starken Paraden den Sieg fest. Ob Leipzig die Vorrunde als Gruppensieger abschließt, steht noch nicht fest. Das Parallelspiel zwischen Paris und Istanbul Basaksehir wurde wegen eines Rassismusvorfalls abgebrochen - mit einem Sieg beim Nachholtermin am Mittwoch (18.55 Uhr) würde PSG die Leipziger noch überflügeln.

Nagelsmann verurteilte die Vorfälle beim Parallelspiel. Er habe während des eigenen Spiels zunächst nur in der Halbzeit gehört, dass es um "Beleidigungen geht", sagte Nagelsmann. "Das verurteile ich aufs Schärfste. Wir leben in einer bunten Gesellschaft, das ist auch gut so, so etwas sollte nicht passieren, nicht auf dem Fußballplatz und auch sonst nirgendwo."

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