Clever, clever, der Club: Nürnberg vor den Bayern

Der 1. FC Nürnberg siegt gegen den 1. FC Köln dank Ilkay Gündogan. Und jetzt fordern die Fans fordern vor dem Spiel bei den Bayern: „Macht euch in München unsterblich!“
von  Abendzeitung
Nürnbergs Trainer Dieter Hecking gratuliert  seinen Spielern
Nürnbergs Trainer Dieter Hecking gratuliert seinen Spielern © dpa

NÜRNBERG - Der 1. FC Nürnberg siegt gegen den 1. FC Köln dank Ilkay Gündogan. Und jetzt fordern die Fans fordern vor dem Spiel bei den Bayern: „Macht euch in München unsterblich!“

Öfter mal was anderes. Wenn es läuft, kann man sich auch mal doppelt feiern lassen. Schon vor dem Anpfiff des 3:1 gegen den 1. FC Köln gingen die Club-Spieler während des Warm-ups in ihre Fankurve, um sich zu bedanken und eine Prise gutes Gefühl mit auf den Platz zu nehmen. Es wirkte.

Das 3:1 war der vierte Heimsieg hintereinander und die Franken stehen vor dem Bayerischen Derby am kommenden Sonntag (17.30 Uhr) in der Allianz Arena gegen den FC Bayern vor dem Rivalen aus München, der Club hat zwei Punkte mehr.

Den größten Anteil am Erfolg hat Ilkay Gündogan, der auch gegen Köln traf. Aber wie! „Das ist das erste Mal in meiner Karriere, dass ich ein Kopfballtor mache. Und mit 1,80 Meter ist das auch nicht gerade das Leichteste“, sagte Gündogan nach seinem vierten Saisontreffer. Der Mittelfeldspieler wurde bereits von Scouts aller großen Klubs, darunter auch Manchester United, beobachtet. Sein Vertrag läuft bis 2012, vor der Saison hatte bereits die TSG Hoffenheim sieben Millionen Euro Ablöse geboten, nun könnte am Saisonende ein zweistelliger Millionen-Betrag drin sein.

 „Ilkay ist nicht nur ein Talent, er ist für uns Leistungsträger. Wir wollen versuchen, ihn längerfristig von diesem Verein zu begeistern“, sagte Club-Manager Martin Bader. Doch er weiß freilich, wie schwer der in Gelsenkirchen geborene Profi mit türkischen Wurzeln, der für die U 21 des DFB spielt, zu halten sein wird. Kein Einzelfall. Auch die Einjahres-Leihgaben Mehmet Ekici (FC Bayern) und Julian Schieber (Stuttgart) werden den Verein im Sommer 2011 wieder verlassen. Ein geliehener Aufschwung? In jedem Fall eine clevere Geschichte.

Die Club-Fans sangen bereits „Europapokal, Europapokal“. Doch die Verantwortlichen bremsen. „Es ist schön, dass wir mal nicht das Messer an der Kehle haben. Aber wir vergessen nicht, wo wir herkommen. Wir werden hier nicht fürs Träumen bezahlt, sondern für realistische Einschätzungen“, sagte Manager Martin Bader. Realistisch sei es, „im Abstiegskampf zu bestehen und dabei auch Fußball zu spielen“, meinte er.

Auch Trainer Dieter Hecking registrierte mit Genugtuung den Fortschritt, dass „wir sehr, sehr stabil sind“. Die Club-Fans forderten auf einem Transparent: „Macht euch in München unsterblich!“