1:3 in Osnabrück: FC Ingolstadt zittert sich zum Aufstieg

Der FC Ingolstadt hat sein Relegations-Trauma mit viel Zittern überwunden und nach zwei Jahren die Rückkehr in die 2. Fußball-Bundesliga geschafft.
von  Von Sebastian Stiekel, dpa
Ingolstadts Torschütze Bilbija (verdeckt) feiert seinen Treffer zum 1:2 mit Dominik Franke (l-r), Tobias Schröck und Björn Paulsen.
Ingolstadts Torschütze Bilbija (verdeckt) feiert seinen Treffer zum 1:2 mit Dominik Franke (l-r), Tobias Schröck und Björn Paulsen. © Friso Gentsch/dpa

2019 und 2020 waren die Oberbayern in den beiden Entscheidungsspielen zwischen dem Zweitliga-16. und dem Drittliga-Dritten noch auf teilweise dramatische Weise gescheitert. Am Sonntag reichte ihnen nach dem klaren 3:0-Hinspielsieg aber eine 1:3 (1:2)-Niederlage beim VfL Osnabrück, der dadurch bereits zum siebten Mal in die Drittklassigkeit absteigt.

Rückspiel sorgt für mehr Spannung als erwartet

Vor den kurzfristig erlaubten und den VfL heißblütig anfeuernden 2000 Zuschauern an der Bremer Brücke mussten die Ingolstädter aber auch diesmal viel leiden. Schon nach 20 Minuten hatten die Niedersachsen durch Marc Heider (6./20.) zwei von drei Gegentoren aus dem Hinspiel aufgeholt. Zu diesem Zeitpunkt fehlten ihnen nur noch ein Treffer zur Verlängerung und zwei zum Klassenerhalt. Die lautstarken Fans und die Ingolstädter Nerven beruhigten sich erst wieder, als Filip Bilbija überraschend zum 1:2 traf (31.). Jetzt brauchte Osnabrück wieder drei Tore, von denen Etienne Amenyido (78.) aber nur noch eines gelang.

Dabei hatte der VfL nichts unversucht gelassen, um die hohe Niederlage vom Donnerstag noch wettzumachen. Vor dem Anpfiff wurde der Katja-Ebstein-Schlager "Wunder gibt es immer wieder" über die Stadionlautsprecher gespielt. Und dann machten die 2000 Zuschauer, die von der niedersächsischen Landesregierung kurzfristig im Rahmen eines Modellprojekts zur Öffnung von Freizeit- und Kulturveranstaltungen zugelassen worden waren, auch noch einen Lärm, als stünden 20.000 von ihnen auf den Tribünen der Bremer Brücke.

Den FCI schüchterte diese Atmosphäre spürbar ein. Sein Gegenmittel hatte nichts mit spielerischer Raffinesse oder besonderer Nervenstärke zu tun, erwies sich aber als wirkungsvoll: Denn die Gäste trugen immer mehr Nickeligkeiten und kleine Fouls in dieses Spiel und brachen dadurch ein wenig die Osnabrücker Welle.

VfL scheitert bereits das vierte Mal in der Relegation

Der VfL versuchte auch nach der Pause, weiter Druck zu machen und traf durch einen Kopfball von Heider (48.) und einen Freistoß von Sebastian Kerk (78.) zwei Mal nur den Pfosten. Allerdings war das Spiel nun nicht mehr so einseitig, weil bei den Lila-Weißen die Kraft nachließ und auch Ingolstadt dadurch mehrere Konterchancen bekam.

So bitter die Vorjahres-Erfahrungen gegen den 1. FC Nürnberg (Gegentor in der Nachspielzeit) und den SV Wehen Wiesbaden (Heimniederlage nach Auswärtserfolg) auch waren: Unter dem Strich haben die "Schanzer" nun die bessere Relegationsbilanz als der VfL. Denn die Osnabrücker scheiterten nach 2009, 2011 und 2013 bereits zum vierten Mal in diesen beiden nervenaufreibenden Spielen.

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