Die fast perfekte Woche für Bayerns Basketballer

Bei drei Heimspielen in fünf Tagen bleibt Bayerns Basketballern nur der Coup gegen Madrid in der Overtime verwehrt. Trinchieri: "Real hat das Spiel gewonnen, aber wir sollten uns nicht besiegt fühlen."
von  Julian Buhl
Mit 13 Punkten beim Sieg am Sonntag gegen Hamburg: Bayerns Nick Weiler-Babb.
Mit 13 Punkten beim Sieg am Sonntag gegen Hamburg: Bayerns Nick Weiler-Babb. © Rauchensteiner/Augenklick

München - Die Basketballer des FC Bayern kennen diesen äußerst anspruchsvollen Rhythmus ja mittlerweile. Und so stand am Sonntagnachmittag gegen die Hamburg Towers mal wieder das dritte Spiel innerhalb von fünf Tagen auf dem Programm. Wie kräftezehrend diese Woche war, war dem FCBB dabei durchaus anzumerken, auch wenn die drei Spiele immerhin alle im Audi Dome ausgetragen wurden und den Münchnern somit zumindest zusätzliche Reisestrapazen erspart blieben.

Am Ende schafften es die Bayern - ohne Chefcoach Andrea Trinchierim, der wegen einer familiären Angelegenheit nicht in der Halle war - die für den 85:71-Erfolg nötigen Kräfte zu mobilisieren und sorgten damit für einen versöhnlichen Abschluss dieses turbulenten Heimspieltriples.

Wichtiger Erfolg gegen Zenit St. Petersburg

Mit dem 82:80 gegen Zenit St. Petersburg war ihnen dabei am Mittwoch gleich zum Auftakt ein wichtiger Erfolg gelungen - unter den Augen von Euroleague-Boss Jordi Bertomeu, der Bayern im Rahmen seines Besuchs eine offizielle Einladung zur A-Lizenz aussprach. Den großen Coup gegen Real Madrid verpasste der FCBB in dem Overtime-Thriller, in dem man sich letztlich mit 76:81 geschlagen geben mussten, am Freitag dann denkbar knapp.

"Real hat das Spiel gewonnen, aber wir sollten uns nicht besiegt fühlen. Denn wir haben sehr, sehr hart gekämpft", sagte Trinchieri, dessen Team mit zwölf Siegen als Tabellensechster weiter um die Playoffplätze mitspielt.

"Wir hatten die Chance, zu gewinnen, aber wir haben sie vermasselt", sagte der Italiener über Bayerns letzten Ballbesitz der regulären Spielzeit beim Stand von 72:72. "Und dann hatten wir einfach keine Energie mehr, die Verlängerung zu spielen." Bayern habe schließlich "keine 48 Stunden zuvor ein schweres Spiel gegen Zenit gehabt und Real hat vor einer Woche zuletzt gespielt".

Trinchieri: "Wir haben getan, was wir konnten"

Die Niederlage sei "sehr schmerzhaft, aber wir haben alles getan, was wir konnten", befand Trinchieri. "Vielleicht fehlten ein paar Details, ein paar bessere Pässe oder eine bessere Abwehr, aber von der Energieleistung her, vom Einsatz, Willen, dem Verlangen und der Opferbereitschaft haben wir wirklich alles gegeben." Die Bayern liefen von Beginn an einem einstelligen Rückstand hinterher und stemmten sich mit großem Kampf dagegen.

Nur gegen eine Real-Waffe schien der nahezu wirkungslos. "Real hat in Walter Tavares einfach einen herausragenden Spieler, der gerade mit viel Selbstvertrauen spielt. Wir konnten ihn nicht halten, aber da sind wir nicht die einzigen, die dieses Problem haben", sagte Trinchieri über den 2,20 Meter großen Topscorer (26 Punkte) Walter Tavares: "Er ist einfach ein Faktor und ist superlang. Alles, was wir gegen ihn versucht haben, hat nichts gebracht."

 Laso: "Bayern ist ein sehr starkes Team"

Umso erstaunlicher, dass der FCBB trotzdem einen Weg fand, im Spiel zu bleiben. "Was Bayern so speziell macht, ist, dass sie immer zurückkommen, sie glauben immer an den Sieg", sagte Reals Coach Pablo Laso anerkennend: "Ich bin sehr glücklich, dass wir hier gewinnen konnten, denn Bayern ist ein sehr starkes Team und sie können jeden schlagen - das haben sie in der Saison mehrfach auf höchstem Niveau bewiesen."

Das hitzige Wortgefecht, das er sich nach der Schlusssirene mit Trinchieri geliefert hatte, war da längst wieder vergessen. Es sei "nichts Spezielles" vorgefallen, "alles in Ordnung", versicherte Laso. "Das ist wie in Vegas", ergänzte Trinchieri: "Was auf dem Court passiert, bleibt auch auf dem Court. Das ist abgehakt. Ich respektiere Real Madrid sehr. Sie sind Legenden des Basketballs." Die Trinchieri und die Bayern nur zu gerne besiegt hätten.