Wann die Stars des FC Bayern wieder spielen könnten

DFL will die Spielpause bereits verlängern. Es gibt Notfallpläne für Bundesliga und Champions League. Virologe Drosten: Volle Stadien "überflüssig".
von  Maximilian Koch
Schwierige Wochen: DFL-Boss Christian Seifert.
Schwierige Wochen: DFL-Boss Christian Seifert. © Arne Dedert/dpa Pool/dpa

München - Am Sonntag hätte der FC Bayern normalerweise Eintracht Frankfurt in der ausverkauften Allianz Arena empfangen, danach wären die Nationalspieler zu ihren Auswahlmannschaften aufgebrochen, die deutschen Stars um Manuel Neuer hätten sich in Testspielen mit Spanien und Italien gemessen. Fußball-Leckerbissen. Die es bis auf Weiteres aber nicht mehr geben wird.

Und so stellt sich ein trauriger Fan-Alltag ein. Könnte man doch zumindest mal 90 Minuten 2. Liga schauen, Aue gegen Sandhausen: Das wär’s!

Der Profifußball ruht in der Corona-Krise – und wird das noch länger tun. Die DFL hatte den Spielbetrieb in der 1. und 2. Liga zunächst bis zum 2. April gestoppt, doch bei der nächsten Sitzung am Dienstag werden DFL-Boss Christian Seifert und seine Präsidiumskollegen nun eine Ausweitung der Pause beschließen.

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Premier League soll im Juni weitergehen

In England soll die Premier League am 1. Juni weitergehen und dann rasch zu Ende gespielt werden. Ein Modell, das auch in Deutschland vorstellbar ist? "Im Juli oder August starten wir in eine neue Saison, das ist zumindest die Hoffnung", sagte ein optimistischer DFB-Vizepräsident Rainer Koch am Sonntag im "Doppelpass" von Sport1. Es gehe "darum, den Klubfußball zu retten. Wir müssen auch an den Tag nach Corona denken."

Dies allerdings ist aktuell nur schwer möglich, ein Ende der schnellen Virus-Ausbreitung nicht abzusehen. In mehreren Profiklubs gibt es Krankheitsfälle. Trotzdem hoffen die Vereine, die Saison beenden zu können – mit Geisterspielen.

"Die Geister muss man in dem Fall rufen, es sei denn, man setzt die Existenzfähigkeit des Fußballs auf das Spiel", ergänzte Koch: "Niemand will Spiele ohne Fußball-Fans, aber noch weniger wollen wir gar keinen Fußball." Beim DFB und der DFL habe man "verschiedene Szenarien im Hinterkopf". Dem Vernehmen nach existieren drei Notfall-Pläne für den Rest dieser Spielzeit.

Drei Notfall-Pläne

1. Mit englischen Wochen und Partien im Drei-Tage-Rhythmus könnten die verbleibenden neun Spieltage in vier Wochen absolviert werden – vorausgesetzt, es finden dann keine Europapokal-Spiele unter der Woche statt.

2. Ein Modus, der einem EMTurnier ähnelt mit festen Spielorten in Nord, Ost, Süd und West und mehreren Partien pro Tag in den jeweiligen Stadien.

3. Ein Hochgeschwindigkeits-Finale mit allen neun verbleibenden Spieltagen innerhalb von 16 Tagen, das laut "Sportbuzzer" ebenfalls eine Option sein soll. Dabei würden in dieser Zeit täglich Spiele stattfinden, die Teams müssten alle zwei Tage antreten.

Finale der Champions League für Ende Juni geplant

Derzeit sind es nicht mehr als Pläne, Wünsche, Träume. Was klar ist: Der Fußball wird sich massiv verändern – für Spieler, Klubs und Fans. Er glaube "überhaupt nicht daran, dass wir in irgendeiner absehbaren Zeit wieder Fußballstadien voll machen. Das ist überflüssig", sagte etwa der renommierte Charité-Virologe Christian Drosten dem "Stern" und ergänzte: "Das wird es bis nächstes Jahr um diese Zeit nicht geben. Auf Dinge, die schön sind, aber nicht systemrelevant, wird man lange verzichten."

Dazu könnte auch die Champions League zählen. Doch Uefa-Präsident Alexander Ceferin hofft (noch) darauf, die laufende Saison bald fortsetzen zu können. Der Verband hat einen "Corona Calendar" entworfen mit dem Ziel, das Königsklassen-Finale am 27. Juni in Istanbul auszutragen. Sehr ambitioniert.

Ebenso das Vorhaben, bereits am 14. April mit der Austragung der restlichen Achtelfinal-Duelle fortzufahren – der FC Bayern muss etwa noch das Rückspiel gegen Chelsea bestreiten. An zehn Wochenenden und neunmal unter der Woche will die Uefa die Champions League parallel zu den nationalen Ligen fortsetzen, um am 27. Juni fertig zu sein. Falls das nicht möglich ist, gibt es Alternativpläne mit nur einem K.o.-Spiel im Viertelfinale und einem Final-Four-Turnier, um den Sieger zu ermitteln. Wirklich realistisch erscheint das alles gerade nicht.

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