Traum geplatzt: Frauen des FC Bayern verpassen Champions-League-Finale

Aus der Final-Traum: In der Champions League verlieren Bayerns Frauen 1:4 beim LFC Chelsea.
von  Victoria Kunzmann
Geplatzt ist der Traum vom Champions-League-Titel: die FC-Bayern-Frauen nach der Niederlage gegen Chelsea am Boden.
Geplatzt ist der Traum vom Champions-League-Titel: die FC-Bayern-Frauen nach der Niederlage gegen Chelsea am Boden. © IMAGO / PA Images

München – Die Nachspielzeit von drei Minuten war schon zu Ende, da kämpften die Bayern-Frauen noch, da zitterten und bangten sie. Dieser Funke an Resthoffnung war noch da. Erst in der fünften Minute über der Zeit war auch der letzte Schimmer endgültig weg, Fran Kirby beendete die Partie so, wie sie sie eröffnet hatte: mit einem Tor.

Die Bayern haben das Halbfinal-Rückspiel der Champions League gegen den FC Chelsea mit 1:4 (1:2) verloren. Der Traum vom größten Triumph ist geplatzt. Dabei hatten die Münchnerinnen das Hinspiel mit 2:1 gewonnen. Vor der Partie gab es mehr als nur Hoffnung, das Endspiel zu erreichen. Also das, was ihnen zuvor noch nie gelungen war – und auch an diesem trüben Sonntagnachmittag nicht gelingen sollte.

FC Bayern zu Beginn zu zögerlich

Zu schläfrig zu Beginn, zu zögerlich, zu zerstreut agierte das Team von Jens Scheuer. Man könnte aber auch sagen: Der FC Chelsea, Europas Top-Team mit dem Monstersturm – bestehend aus Fran Kirby, Top-Torjägerin Samantha Kerr und der für die Rekordsumme von 350 000 Euro von Wolfsburg geholten Pernille Harder – war zu stark, zu abgezockt, zu reif für die Bayern.

Scheuer brachte es nach dem Spiel auf den Punkt: "Chelsea war in zwei Spielen nicht die bessere Mannschaft, aber die effektivere." Das spürte der Tabellenführer der Bundesliga früh. Kirby brachte Chelsea bereits in der 11. Minute in Führung: Torjägerin Kerr konterte nach einem Bayern-Angriff stark, wirbelte auf dem linken Flügel nach vorn und ließ Kirby mit einem flachen Schuss ins rechte Eck den Rest machen.

 Sarah Zadrazil trifft per Traumtor

Direkt darauf hätten die Münchnerinnen in Gestalt von Lineth Beerensteyn den Ausgleich erzielen können – jedoch nur die Latte. Sarah Zadrazil machte es in der 29. Minute viel besser: zuerst an die Latte, dann in den Kasten – ein Traumtor. "Gerade nach dem 1:1 hatten wir gute Möglichkeiten, selber in Führung zu gehen", sagte Scheuer. Das Superteam der Women’s Super League schlug noch vor der Pause zurück.

Chelsea war stets ein bisschen wacher. Der FC Bayern, gab nicht auf. Es war lange ein Kampf mit angezogener Handbremse. Die Blues um Trainerin Emma Hayes, die auch noch nie die Champions League gewannen, kamen öfter in gefährliche Situationen.

Chelsea trifft im Finale auf Barcelona, Bayern in der Bundesliga auf Wolfsburg

Trotz guter Chancen zu Beginn der zweiten Halbzeit: Die Gefühlslage kippte mehr von Hoffen in Richtung Bangen. Die Hoffnungsträgerin hieß Klara Bühl, die sich in der 80. Minute im Strafraum durchsetzte, aber geblockt wurde. Die größte Chance in der zweiten Halbzeit – und der Start des Nervenkrimis, der sich bis in die fünfte Minute der Nachspielzeit ziehen sollte.

Pernille Harder ließ die Euphorie auf ein Minimum schrumpfen, als sie nach einem Freistoß sehenswert in das Tor von Laura Benkarth köpfte (84.). Bayerns Kapitänin Lina Magull probierte es mit drei Eckbällen, ohne Erfolg.
Kirbys Tor zum 4:1-Sieg zerstörte die Hoffnung und den Titeltraum. Chelsea trifft im Finale auf Barcelona, für die Bayern geht es zum Topspiel nach Wolfsburg.