Robert Lewandowski, der Titel-Bomber des FC Bayern

Der FC Bayern gewinnt den deutschen Supercup dank eines 3:1-Erfolgs bei Borussia Dortmund, Lewandowski trifft doppelt. Nagelsmann sagt zum ersten Titel: "Der gebührt auch noch dem Hansi."
von  Maximilian Koch
Robert Lewandowski schoss den FC Bayern mit zwei Toren zum Supercup.
Robert Lewandowski schoss den FC Bayern mit zwei Toren zum Supercup. © firo/Augenklick

Dortmund - Die beiden besten Stürmer in Deutschland, Robert Lewandowski und Erling Haaland, standen am Mittelkreis und hielten inne. Stille, im ganzen Stadion. Vom Himmel prasselte der Regen herunter. Die Torjäger, ihre Teamkollegen und die Zuschauer gedachten "Bomber" Gerd Müller, Deutschlands größtem Stürmer der Historie, der am Sonntag nach langer Krankheit verstorben war, mit einer Schweigeminute. Wobei: Es waren eher Sekunden, bevor donnernder Applaus einsetzte.

Eine Würdigung der famosen Müller-Karriere, der verdiente Jubel für einen, der für viele ein Vorbild war. Auch für Lewandowski und Thomas Müller.

Zwei Tore, eine Vorlage: Lewandowski in Top-Form

Und so passte es, dass die Angreifer des FC Bayern maßgeblich am 3:1-Supercup-Erfolg in Dortmund beteiligt waren. Lewandowski traf zum 1:0 (41. Minute) und 3:1 (74.), er legte zudem Müllers 2:0 mit der Hacke vor (49.). Marco Reus konnte zwischenzeitlich verkürzen (64.). Für Trainer Julian Nagelsmann war es der erste Bayern-Sieg und der erste Titel überhaupt in seiner Laufbahn. "Der Titel gebührt auch noch dem Hansi", sagte er demütig, "insgesamt war es schon ein verdienter Sieg für uns."

Nagelsmann vertraute in der Startformation auf nahezu die gleiche Mannschaft, die zum Bundesliga-Start 1:1 bei Borussia Mönchengladbach gespielt hatte. Es gab nur einen Wechsel: Kingsley Coman wirbelte anstelle von Leroy Sané. "King hat sehr gut trainiert und verdient, jetzt zu beginnen", erklärte Nagelsmann bei Sat.1.

In der Abwehr verteidigte abermals Youngster Josip Stanisic rechts, Dayot Upamecano und Niklas Süle bildeten die Innenverteidigung. Die Bayern, die zum Aufwärmen Gerd-Müller-Shirts mit der Nummer "9" trugen und dann in ihren neuen Champions-League-Trikots in Alpen-Optik antraten, hatten in der 14. Minute ihre erste gute Chance.

Lewandowski und Haaland bleiben zunächst blass

Ein Konter über Coman und Gnabry landete bei Müller, dessen Schuss aus kurzer Torentfernung geblockt wurde. Nur 60 Sekunden später zielte Coman aus der Drehung zu hoch, der Ball zischte drüber. Auch der BVB spielte von Beginn an nach vorne. Reus stand plötzlich frei vor Manuel Neuer, der den Ball per Fuß zur Ecke lenkte. Ein Weltklasse-Reflex (20.).

Das elektrisierende Duell der Sturmgiganten Lewandowski und Haaland stand zunächst gar nicht im Mittelpunkt. Nagelsmann forderte vor der Partie, Haaland "im Kollektiv" zu stoppen. Das gelang der Bayern-Defensive recht gut. Auch Lewandowski war kaum zu sehen. Dafür aber Joshua Kimmich und Reus, die nach einem Foul an Upamecano einige Nettigkeiten austauschten. Eine Frage der Ehre - wie diese gesamte Partie. Intensiv, mitreißend, hochklassig.

Die beste Möglichkeit der ersten Halbzeit vergaben Müller und Lewandowski im Doppelpack, als sie fünf Meter vor dem Dortmund-Tor jeweils nur ihre Gegenspieler trafen (34.), Coman schoss volley knapp vorbei (38.). Auf der anderen Seite rettete Neuer erneut famos vor Haaland (39.). Und Lewy? Der machte es besser: Nach Gnabry-Flanke wuchtete er den Ball per Kopf ins Tor - 0:1. Schöner hätte es der Gerd auch nicht machen können.

Robert Lewandowski kontert Reus-Traumtor

Nach der Halbzeitpause baute Bayern den Vorsprung aus, Müller hatte keine Mühe, aus kurzer Distanz einzuschieben. Haaland traf aus Abseitsstellung, dann zirkelte Reus den Ball zum Anschlusstreffer ins Netz, Neuer war machtlos - 1:2 nur noch. Dortmund drängte auf den Ausgleich, aber Lewy machte schließlich frei vor dem Tor mit seinem zweiten Treffer zum 3:1 alles klar.

Ob die Münchner jetzt noch Transfers tätigen werden, etwa Leipzig-Kapitän Marcel Sabitzer verpflichten? "Wir schauen, was am Markt los ist, es geht gerade nicht so viel", sagte Sportvorstand Hasan Salihamidzic, "aber der FC Bayern ist immer für ein bisschen was gut."