Nagelsmann: Bayern ohne Titel ein "unvollendetes Gefühl"

Der neue Bayern-Trainer Julian Nagelsmann ist heiß auf Titel. Privat versucht seine Familie ihm dagegen das Verlieren beizubringen. Mit "Mensch ärgere dich nicht".
von  AZ/dpa
Julian Nagelsmann während eines Spiels an der Seitenlinie. (Archivbild)
Julian Nagelsmann während eines Spiels an der Seitenlinie. (Archivbild) © Silas Stein/dpa/Archivbild

München - Julian Nagelsmann hat nach einem Monat als neuer Trainer des FC Bayern München seine Titel-Sehnsucht bekräftigt.

"Jeder weiß, dass ich schon als Spieler davon geträumt habe, für diesen Verein aufzulaufen. Das hat zwar nicht ganz geklappt, aber das kommt meinem Lebenstraum schon sehr nah", sagte der 34-Jährige im Mitgliedermagazins "51" über seinen neuen Trainer-Posten.

Nagelsmann: "Ich spiele, um jedes Spiel zu gewinnen"

"Aber wohlig und warm wird es erst, wenn ich Titel gewinne. Erst dann bin ich wirklich beim FC Bayern angekommen. Bis es so weit ist, ist es ein unvollendetes Gefühl."

In allen vier Vorbereitungsspielen gelang dem deutschen Fußball-Rekordmeister kein Sieg. Das dürfte den für fünf Jahre an den Club gebundenen Nagelsmann trotz personeller Schwierigkeiten geärgert haben. "Ich spiele jedes Spiel, um es zu gewinnen, ganz egal welches. Denn ich hasse es, wenn man etwas mit der Gleichgültigkeit spielt, ob man gewinnt oder verliert", sagte er.

Seine Familie wolle ihm zum Beispiel immer beibringen, dass man beim "Mensch ärgere dich nicht"-Spiel auch mal verlieren können muss.

Nagelsmann kann auch privat schlecht verlieren

"Ich kann es vielleicht akzeptieren, dass ich mal verliere. Aber wenn ich anfange, verlieren zu können, bin ich kein Gewinner mehr. Wenn es mir egal ist, wie etwas ausgeht, schaue ich mir einen Film an. Da habe ich keinen Einfluss. Aber solange ich Einfluss auf etwas habe, will ich es auch gestalten – und in meinem Sinn zu Ende bringen", sagte Nagelsmann.