FC Bayern: Nach Petition und Fan-Hass - Frau und Sohn von Salihamidzic wehren sich

Nach dem Rücktritts-Wunsch von Hansi Flick wird Bayerns Sportvorstand Hasan Salihamidzic im Internet mit Hass-Kommentaren überhäuft, auch seine Familie bekommt den Unmut der Fans ab.
von  AZ
Sportvorstand Hasan Salihamidzic ist nach dem Flick-Aus Ziel von Anfeindungen im Netz.
Sportvorstand Hasan Salihamidzic ist nach dem Flick-Aus Ziel von Anfeindungen im Netz. © imago images/Poolfoto

München – Es sind unangenehme Tage für Hasan Salihamidzic! Die Wut und das Unverständnis über das als sicher geltende Ausscheiden von Trainer Hansi Flick zum Saisonende projizieren viele Fans auf den Sportvorstand des FC Bayern. Sie geben "Brazzo", dessen Differenzen mit dem Erfolgstrainer längst allseits bekannt sind, die Hauptschuld an der Situation. 

Anfeindungen gegen Salihamidzic: Manche Bayern-Fans verlieren jegliches Maß

Sogar eine Petition wurde ins Leben gerufen, die die Führungsetage des Rekordmeisters dazu auffordert, Salihamidzic "seiner Ämter zu entheben und ihn aus dem Vorstand abzuberufen". Mittlerweile haben fast 70.000 Menschen die Petition unterschrieben. 

Während die Initiatoren ihre Forderung in durchaus gemäßigter Wortwahl begründen, entlädt sich auf sämtlichen Social-Media-Kanälen mitunter der pure Hass. Die Hetze geht so weit, dass sich sogar Bayern-Präsident Herbert Hainer gezwungen sah, Salihamidzic öffentlich zur Seite zu springen. Der gesamte Klub stehe hinter seinem Sportvorstand, "sachliche Kritik ist selbstverständlich immer zulässig. Persönliche Angriffe und Hetze verurteilen wir allerdings auf das Schärfste – dafür gibt es beim FC Bayern nicht den geringsten Platz", wird Hainer in einem offiziellen Statement zitiert. 

Hass und Hetze auch gegen Salihamidzic' Familie

Neben Salihamidzic selbst werden aber nun offenbar seine Kinder und Ehefrau Esther Ziel von Anfeindungen. Sein 18-jähriger Sohn Nick, der selbst in der U19 des FC Bayern spielt, hat sich jetzt gegen die Attacken auf seinem Instagram-Account zur Wehr gesetzt. Er selbst und sein Vater könnten mit dem Hass im Netz umgehen, schreibt er, "aber lasst meine Schwestern und meine Mutter da raus". Den Angreifern wirft er abstoßendes Verhalten vor und appelliert an den Zusammenhalt der Bayern-Familie: "Wir sind alle Teil des FC Bayern, wer sind dem FC Bayern nicht nur verbunden, wir sind Fans und gehen nirgendwo hin. Also verhaltet euch wie eine Familie und stoppt den Hass."

Mit diesen beiden Instagram-Story-Slides schreibt sich "Brazzos" Sohn Nick den Frust von der Seele und appelliert an ein gesittetes Miteinander.
Mit diesen beiden Instagram-Story-Slides schreibt sich "Brazzos" Sohn Nick den Frust von der Seele und appelliert an ein gesittetes Miteinander. © instagram/nicksalihamidzic

Auch "Brazzos" Frau veröffentlichte ein Statement auf dem Instagram-Kanal ihres Yoga-Studios, wo offenbar ebenfalls Hass-Nachrichten gegen ihren Ehemann aufgeschlagen sind. "In den letzten Tagen bekomme ich sehr viele unschöne und sehr beleidigende Kommentare, die nichts mit meiner Arbeit und sich ausschließlich auf meinen Ehemann und seinen Job beziehen. Man beleidigt ihn als Menschen und auch unsere ganze Familie wird gleich mit angegriffen", schreibt sie und bittet die Angreifer inständig, damit aufzuhören. 

Anzeige für den Anbieter Instagram über den Consent-Anbieter verweigert

Wie "Bild" berichtet, soll der Aufsichtsrat des FC Bayern wegen der vielen Anfeindungen erneut zusammengekommen sein und Salihamidzic noch einmal seine volle Unterstützung zugesichert haben.