FC Bayern: Mehr als nur Ersatz - Die logische Vertragsverlängerung von Choupo-Moting

Eric Maxim Choupo-Moting verlängert für zwei weitere Jahre beim FC Bayern. Was zu Beginn wie ein Not-Transfer wirkte, entwickelte sich im Laufe der Saison zu einer Erfolgsgeschichte. Unter Neu-Coach Julian Nagelsmann könnte diese eine Fortsetzung bekommen.
von  Sebastian Kratzer
Bleibt bis 2023 bei den Bayern: Eric Maxim Choupo-Moting.
Bleibt bis 2023 bei den Bayern: Eric Maxim Choupo-Moting. © imago images / Sven Simon

München - In der Fußball-Welt gibt es deutlich einfachere Positionen, als die von Eric Maxim Choupo-Moting beim FC Bayern

Denn hinter Weltfußballer Robert Lewandowski um Spielzeit und Aufmerksamkeit zu kämpfen, fordert viel Geduld und Durchhaltevermögen. Beides bewies der 32-Jährige zu genüge und wird deshalb mit einem neuen Zweijahresvertrag belohnt.

Zur Stelle, als darauf ankam

Da Robert Lewandowski am liebsten wohl in jedem Spiel auf dem Feld stehen würde, hatten die Bayern-Bosse in den vergangenen Jahren immer wieder Probleme, die Back-Up-Position hinter dem Polen mit dem richtigen Maß an Qualität und eben Geduld  zu befüllen. Schließlich wurde im vergangenen Herbst Choupo-Moting im Zuge der Last-Minute-Transfers von Sportvorstand Hasan Salihamidzic vorgestellt.

Neben Marc Roca, Bouna Sarr und Douglas Costa sollte es ausgerechnet Choupo-Moting sein, der von den vier "Not-Transfers" trotz der schwersten Konkurrenz das Vertrauen am ehesten zurückzahlte. 

Neben stets kämpferischen Leistungen bewies der gebürtige Hamburger regelmäßig seinen Torriecher und kam wettbewerbsübergreifend in 30 Einsätzen - zumeist als Joker - auf neun Saisontore. Seine große Stunde schlug dann, als sich Robert Lewandowski am Knie verletzte und Choupo-Moting in die Startelf rückte.

Sowohl in den Bundesliga-Topspielen gegen den VfL Wolfsburg und Bayer Leverkusen als auch in beiden Partien im Viertelfinale der Königsklasse war er im April mit einem Treffer zur Stelle. Es war sicher nicht die Schuld Choupo-Motings, dass die Münchner letztlich ausgeschieden sind. Seinen Soll als Edel-Joker hinter dem Polen hat er mehr als nur erfüllt. 

Auch Abseits des Platzes wichtig

Trotz der kurzen Zeit in München hat sich der Nationalspieler Kameruns zu einem wichtigen Kaderelement entwickelt. "Neben seiner sportlichen Qualität ist Maxim auch als Typ wichtig für unsere Mannschaft. Er wird uns helfen, unsere Ziele in den kommenden zwei Jahren zu erreichen", sagte Salihamidzic im Zuge der Vertragsverlängerung am Freitag. 

Auch der Spieler macht kein Geheimnis daraus, dass er sich beim deutschen Rekordmeister wohlfühlt: "Mein erstes Jahr hier war super – auf dem Platz, aber auch abseits des Platzes, wir hatten viel Spaß zusammen. Ich freue mich darauf, München noch besser kennenzulernen, hier noch heimischer zu werden, denn München ist eine wunderschöne Stadt", sagte er. 

Unter dem neuen Trainer Julian Nagelsmann soll der sportliche Erfolg fortgesetzt werden: "Ich möchte mit der Mannschaft weiterhin Erfolg haben, ich würde gerne das Pokalfinale in Berlin erreichen und am liebsten die Champions League gewinnen", gab er sich hoffnungsvoll.

Profitiert Choupo-Moting vom RB-System?

Welche Rolle der neue Bayern-Coach für ihn einplant, ist derzeit noch unklar, doch die Stürmer-Situation bei RB Leipzig könnte ein wichtiger Fingerzeig für Choupo-Moting sein. Setzt Nagelsmann tatsächlich sein 3-5-2-System in München durch, wäre Choupo-Moting als vielfältig einsetzbarer Offensiv-Mann ohnehin eine verlockende Option für den neuen Trainer. Auch eine Doppelspitze mit Lewandowski und dem 32-Jährigen wäre denkbar. "Maxim ist auf mehreren Positionen einsetzbar, hat eine sehr gute Technik, viel Erfahrung und ist torgefährlich", erklärte Salihamidzic. 

In Leipzig stellte Nagelsmann zuletzt häufig mit Alexander Solöth und Hee-Chan Hwang zwei Stürmer gleichzeitig auf und hoffte so, den Gegner mit Tempo unter Druck setzen zu können. Am ehesten könnte die Rolle des Bayern-Stars der von Yussuf Poulsen ähneln. Dieser kam regelmäßig auf Spielzeit und wurde von Nagelsmann dann eingesetzt, wenn es darum ging, das Spiel des Gegners mit frühem Pressing zu stören. Neben seiner Schnelligkeit und Physis ähnelt Choupo-Motings Spielweise der von Poulsen, auch aufgrund seiner Kopfballpräsenz. 

Ob und wie intensiv Nagelsmann in der Vertragsverlängerung von Choupo-Moting involviert war, ist bislang unklar. Es ist jedoch davon auszugehen, dass sich der Neu-Trainer mit den Bayern-Bossen diesbezüglich in regem Austausch befindet. Der Stürmer kann sich berechtigte Hoffnungen machen, dass er auch in der kommenden Saison mehr als nur ein Ersatzspieler sein wird.