FC Bayern: Borussia München

Am Samstag kommt Dortmund zum Spitzenduell gegen den FC Bayern – mit Leitner, Hummels und Bender. Alle drei sind in München aufgewachsen.
von  Julian Galinski

Am Samstag kommt Dortmund zum Spitzenduell gegen den FC Bayern – mit Leitner, Hummels und Bender. Alle drei sind in München aufgewachsen und haben hier das Fußballspielen gelernt

München - Das erste Mal gegen einen Ball getreten hat Moritz Leitner 1998 mit fünf Jahren beim FC Unterföhring. Er hat das so kompetent gemacht, wie es ein Vorschulkind nur kann – der TSV 1860 hat ihn unmittelbar abgeworben und zwölf Jahre behalten. Mittlerweile ist Leitner – nach nur zwei Pflichtspieleinsätzen von Beginn an – Stammkraft bei Borussia Dortmund. „Wenn man sich beim deutschen Meister trotz der Konkurrenz von Ilkay Gündogan und Sebastian Kehl einen Stammplatz erkämpft, ist das natürlich eine Aussage“, sagt BVB-Boss Hans-Joachim Watzke.

Leitner ist nicht der einzige Münchner, der bei der Borussia zum Star geworden ist. Mats Hummels, der mit sieben Jahren zum FC Bayern kam und dort in zehn Jahren alle Jugendmannschaften durchlief, hat hier seine Grundausbildung erfahren. Genau wie Sven Bender, der erst bei der SpVgg Unterhaching und später beim TSV 1860 das Fußballspielen lernte.

Watzke hat die Herkunft seiner jungen Elite – Hummels und Bender sind A-Nationalspieler, Leitner steht laut Bundestrainer Joachim Löw kurz vor der Berufung – nicht vergessen: „Schön, dass wir mittlerweile den dritten Spieler aus München geholt haben.“


Am Samstag tritt das BVB-Trio gewissermaßen als Borussia München im Liga-Gipfel beim FC Bayern an. In der AZ erklären ihre Münchner Förderer die Erfolgsgeschichten:

 


 

Moritz Leitner: Unter Trainer Reiner Mauer spielte sich Leitner – von 1998 bis 2010 bei 1860 – in die erste Mannschaft. „Moritz hat eine tolle Entwicklung genommen“, sagt Maurer. „Man sieht ihm an, dass er ein begeisterter Fußballer ist und Spaß am Spielen hat. Das zeichnet ihn aus.“ Gegen Piräus ließ er sich von Krämpfen nicht abhalten. „Wenn man als Trainer merkt, da gibt einer alles so lange er auf dem Platz steht, gibt man ihm gerne Einsatzzeit“, sagt Maurer. „Moritz ist ein außergewöhnliches Talent. Er hat schon mit 18 Jahren alles, was du brauchst, um speziell auf der Position der offensiven Sechs richtig gut zu werden“, sagt Borussia-Boss Watzke.

 


 

Sven Bender: Der defensive Mittelfeldspieler (22) kam wie Bruder Lars (heute Bayer Leverkusen) aus Haching und spielte von 2003 bis 2009 bei den Löwen. „Sein Stern ging 2006 mit der deutschen Meisterschaft in der B-Jugend auf“, erinnert sich der damalige 1860-Jugendleiter und heutige Hoffenheim-Manager Ernst Tanner. „Anfangs waren sie noch recht zierlich“, sagt Tanner, „aber sie waren immer schon sehr zielorientierte Charaktere.“ Beide brachten sich körperlich auf Bundesliga-Niveau. Sven Benders größte Stärke ist sein Kopf: „Er hat die Gabe, Dinge auf dem Platz vorherzusehen und ist ein sehr guter Ballgewinner“, sagt Tanner. Bender und Leitner können sogar zusammenspielen: „So ein Mittelfeldpärchen mit den beiden wäre doch für jeden 1860-Fan eine tolle Sache“, sagt Maurer.

 




Mats Hummels: Der Innenverteidiger (1995 bis 2008 beim FC Bayern) hat unter Hermann Gerland in der zweiten Mannschaft gespielt. In der Bundesliga konnte er sich noch nicht durchsetzen – das schaffte er erst beim BVB. „Ich habe immer gesagt, dass Mats eine Bombe wird“, sagte sein Förderer und Entdecker Hermann Gerland schon Anfang 2010. Heute ist Hummels Nationalspieler – und wird von Gerland vermisst. „Wir hätten ihn nie verkaufen dürfen.“