Fall Robben: Blatter kritisiert die Bayern

"Jetzt reklamieren die Bayern, aber es ist zu spät." Joseph Blatter sieht im Fall des verletzten Arjen Robben vom FC Bayern München keine Versäumnisse beim Fußball- Weltverband FIFA.
von  Abendzeitung
FIFA-Präsident Joseph Blatter
FIFA-Präsident Joseph Blatter © dpa

BERLIN - "Jetzt reklamieren die Bayern, aber es ist zu spät." Joseph Blatter sieht im Fall des verletzten Arjen Robben vom FC Bayern München keine Versäumnisse beim Fußball- Weltverband FIFA.

„Alle Nationalverbände haben unterschrieben, dass ihre Nationalspieler selbst versichert werden. Verbände und Clubs haben das aber nicht alle gemacht. Jetzt reklamieren die Bayern, aber es ist zu spät“, sagte der FIFA-Präsident der „Sport-Bild“ (Mittwoch).

Bei Robben wurde nach der WM in Südafrika ein Muskelriss im linken Oberschenkel diagnostiziert, weshalb der Niederländer wohl bis zum kommenden Jahr ausfällt.

„Hätten wir die Spieler weiter selbst versichert, statt 40 Millionen Dollar an die Verbände und Clubs zu zahlen, hätte die FIFA das weniger Geld gekostet. Man kann doch nicht die Sahne haben wollen, die Kuh und die Bäuerin dazu“, sagte der Schweizer Funktionär.

Der deutsche Rekordmeister fordert vom niederländischen Verband eine finanzielle Entschädigung für den Ausfall seines Offensivkünstlers. Am Samstag sollen angeblich Vertreter des Verbandes in München sein. Dann soll über den Fall gesprochen werden.

Über die Versicherungsproblematik will Bayerns Vorstandschef Karl- Heinz Rummenigge in seiner Funktion als Vorsitzender der europäischen Clubvereinigung ECA mit dem Fußball-Weltverband eine neue Lösung finden. „Dank unserer Spieler“, so der ehemalige Nationalstürmer, nehme die FIFA immer mehr Geld mit dem WM-Turnier ein. Von diesen „Milliarden“ solle der Verband auch für die Versicherungspolicen aufzukommen.

Laut Rummenigge habe die Europäische Fußball-Union (UEFA) zugesagt, mit den 197 von der ECA vertretenen Clubs eine Lösung zu erarbeiten. Blatter verwies dagegen darauf, dass sich die FIFA bereits vor zwei Jahren mit der UEFA und den Großclubs auf Abstellungsgebühren für das WM-Turnier geeinigt habe. In diesem Jahr würden 40 Millionen US-Dollar (31,6 Millionen Euro) und 2014 70 Millionen US-Dollar (55,2 Millionen Euro) über die Nationalverbände an die Clubs gezahlt. Im Gegenzug „müssen die Verbände oder die Clubs ihre Spieler jetzt selbst versichern“, sagte Blatter.

dpa