Tobias Wörle: "Ich will wieder der echte Wörle sein"

Tobias Wörle, der Neuzugang des EHC, spricht über die schwere Zeit in Straubing und warum er eine Nacht bei Teamkollege Wolf verbracht hat.
von  Matthias Kerber
Kettemer (l.) freut sich mit Tobias Wörle über dessen Tor.
Kettemer (l.) freut sich mit Tobias Wörle über dessen Tor. © gepa pictures/ho

München - Der 31-Jährige Tobias Wörle wechselte vor zwei Wochen aus Straubing zum EHC. Mit seinem neuen Team trifft er am Freitag (19.30 Uhr, Olympia-Eisstadion) auf die Nürnberg Ice Tigers, am Sonntag (14.30 Uhr) gehts nach Krefeld.

Die Abendzeitung hat im Vorfeld mit dem EHC-Neuzugang über seine Zeit in Straumbing und die ersten Wochen in der bayerischen Landeshauptstadt gesprochen.

AZ: Herr Wörle, bei den Straubing Tigers wurden Sie fast als Totalausfall gesehen, seit Ihrem Wechsel vor zwei Wochen zum EHC Red Bull München spielen Sie groß auf, erzielten im Derby gegen Augsburg gleich einen Doppelpack. Was ist passiert?

TOBIAS WÖRLE: Die Zeit in Straubing war sicher für beide Seiten frustrierend und enttäuschend. Als dann das Angebot aus München kam, habe ich für mich selber Licht am Ende des Tunnels gesehen. Ich habe gehofft, dass es klappt und ich bin den Tigers auch sehr dankbar, dass sie den Wechsel möglich gemacht haben. So ist es eben im Sport: Manchmal passt es einfach nicht zusammen. Warum auch immer.

Sie haben aber auch schlicht Ihre Leistung nicht abrufen können.

Klar war das ein Karriereknick. Gerade die Vorsaison, als ich 30 Spiele gebraucht habe, um überhaupt mein erstes Tor zu schießen, war sehr hart. Jeder Stürmer braucht Tore für sein Selbstbewusstsein. Da zweifelt man an allem, versucht alles zu ändern. Man sucht Fehler. Überall. Irgendwo weiß man, man kann das Eishockeyspielen nicht verlernt haben. Aber es läuft einfach nicht. Das nagt an dir, ohne Frage. Das war eine mental sehr schwere Zeit. Aber ich sehe es so: Ich bin auch mental gestärkt daraus hervorgegangen.

Haben Sie sich vor dem Wechsel über München informiert?

Mei, der Felix Petermann, der ja lange für München gespielt hat, ist ja mein ältester Freund, den habe ich schon angerufen. Und ich bin ja auch mit EHC-Kapitän Michi Wolf sehr gut befreundet. Natürlich informiert man sich da mal. Und er hat mir gesagt: Das ist eine Riesenchance, wir haben viele Verletzte, du kannst hier zeigen, was du kannst. Ich setze jetzt alles daran, dass die Leute den echten Tobias Wörle sehen werden.

Wenn der Wörle aus dem Augsburg-Spiel der wahre ist, werden sich die Fans freuen können.

Das war ein gutes Spiel für uns. Ich spiele in dem Stadion auch sehr gerne, weil da immer meine ganze Familie kommt, für die ist die Anreise aus Lechbruck nicht weit. Ich bin froh, dass ich der Mannschaft helfen konnte.

Sie haben Ihre erste Nacht in München ja auch gleich bei Wolf verbracht.

Das stimmt. Das ging alles so Knall auf Fall, meine Freundin und ich sind von dem Ganzen fast überrollt worden. Die Münchner haben einen Fahrer geschickt, der mich abgeholt hat, ich habe dann noch einen Koffer gepackt, die Eishockeytasche – und los ging’s. Fast hätte ich die Zahnbürste vergessen. Und dann hat mich der Wolfi für eine Nacht aufgenommen. Jetzt wohnen wir im Hotel, aber am 1. Dezember können wir in eine Wohnung ziehen. Die eigene Waschmaschine, die geht einem schon ab als Eishockeyspieler. (lacht)