"Kevin Reich - diesen Namen sollte sich jeder Eishockey-Fan merken"

Kevin Reich heißt der Mann, der alle beim EHC zum Staunen bringt. „Ich habe noch nie einen Torwart gesehen, der mit 17 Jahren so weit war”, sagt Keeper Reimer. Beginn einer großen Karriere?
von  Matthias Kerber
Gilt als größtes Torwart-Talent Deutschlands: EHC-Ersatzkeeper Kevin  Reich (17).
Gilt als größtes Torwart-Talent Deutschlands: EHC-Ersatzkeeper Kevin Reich (17). © Gepa pictures

München - Noch sitzt der Mann mit der Nummer 35 bei den Spielen des EHC Red Bull München in der DEL brav auf der Bank und schaut zu. Und ab. „Kevin ist wie ein Schwamm – er saugt alles auf”, sagt manager Christian Winkler vor dem Spiel gegen den EHC Wolfsburg.

Kevin, das ist Kevin Reich. Der erst 17-jährige ist Ersatzkeeper des EHC. Reich, der mit 1,86 Metern und 90 Kilo eher groß und schwer für einen Keeper ist, gilt als Wunderkind zwischen den Pfosten, mit den Mannheim Jungadlern wurde er 2012 und 2013 – unter dem jetzigen EHC-Assistenztrainer Helmut de Raaf – jeweils deutscher Juniorenmeister. „Er muss sich sicher noch dran gewöhnen, dass bei den Männern gegenüber den Junioren doch noch um ein gutes Pfund härter geschossen wird, aber er ist auf einem guten Weg”, sagt Winkler, einst selbst Bundesliga-Torwart in Riessersee.

Noch mehr Lob gibt es vom EHC-Stammkeeper und Nationaltorwart Jochen Reimer. „Ich habe noch nie einen Torwart gesehen, der mit 17 bereits so weit war wie der Kevin. Er ist unglaublich talentiert. Den Namen Kevin Reich sollte sich jeder Eishockeyfan jetzt schon merken, er wird – wenn er so weitermacht – ein ganz Großer”, sagt Reimer.

EHC-Coach Pierre Pagé ist dafür bekannt, jungen Talenten sehr früh Chancen zu geben, gerade auf der Torhüterposition experimentiert er zu Saisonbeginn gerne. Zu seiner Zeit als Coach der Eisbären Berlin ließ er mal in einem Spiel in jedem Drittel einen anderen Keeper ran. „Ich will jedes Spiel machen, so ist mein Charakter”, sagt Reimer, „ich werde meinen Platz nie freiwillig räumen. Als ich angefangen habe, hat mir der Stammtorwart gesagt: Du kannst immer zu mir kommen, mir jede Frage stellen. Aber wir sind und bleiben Konkurrenten. Ich ernähre schließlich meine Familie mit dem Job. So ähnliche habe ich es dem Kevin gesagt. Ich bin gerne sein Helfer, sein Mentor, aber ich werde sicher nichts herschenken.”