Deutsche Speedspezialisten starten in schwierige Saison

Fast zwei Monate nach den Technikern legen auch die Speedfahrer im deutschen Ski-Team los. Die Vorbereitung war knifflig. Der Ausfall des Hoffnungsträgers soll im Kollektiv aufgefangen werden.
| Von Christoph Lother und Manuel Schwarz, dpa
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Die deutschen Skirennfahrer um Josef Ferstl starten in Val d'Isere.
Die deutschen Skirennfahrer um Josef Ferstl starten in Val d'Isere. © Gabriele Facciotti/AP/dpa
Val d'Isere

Der größte Hoffnungsträger sitzt zuhause. In Abwesenheit des fünffachen Weltcup-Siegers Thomas Dreßen starten am Wochenende in Val d'Isere auch die Speedspezialisten des Deutschen Skiverbands (DSV) in die Saison.

Um den Ausfall des 27-Jährigen, der nach einer Hüft-Operation fast den kompletten Winter fehlen wird, zu kompensieren, seien "alle gleich gefordert", sagte Alpin-Direktor Wolfgang Maier. Ganz schließen lässt sich die Lücke aber wohl kaum.

Einer wie Dreßen, der immerhin schon wieder ohne Krücken mit seinem Hund spazieren kann und zeitnah mit der Reha in Bad Wiessee beginnen soll, findet sich unter den verbliebenen DSV-Startern nicht. Mit ihm habe man "immer einen gehabt, der das Podium oder die Top fünf attackieren konnte", sagte Maier über den deutschen "Skisportler des Jahres", der im vergangenen Winter dreimal ganz oben auf dem Podest stand und 2018 die legendäre Hahnenkammabfahrt auf der Streif gewann.

Am ehesten aus dem Sextett, das Herren-Bundestrainer Christian Schwaiger für den Super-G am Samstag und die Abfahrt am Sonntag (jeweils 10.30 Uhr/ZDF und Eurosport) nominiert hat, herausstechen dürften Josef Ferstl und Andreas Sander.

Beim ersten Abfahrtstraining in den französischen Alpen am Donnerstag habe er sich erst wieder "an die Länge, Licht-Schatten-Wechsel, Sprünge und Wellen gewöhnen" müssen, sagte der zweifache Weltcup-Sieger Ferstl. Die Vorbereitung war coronabedingt eben doch "komplizierter, eine spezielle und etwas andere als in den letzten Jahren", sagte der 31-Jährige, der im Januar 2019 40 Jahre nach seinem Vater den Super-G in Kitzbühel gewonnen hatte.

Das sonst übliche Sommertraining in Südamerika fiel für die deutschen Speedfahrer flach, abgesehen von einem dreiwöchigen Camp in den USA übten sie ausschließlich in Europa und dabei überwiegend auf den Schweizer Gletschern. Dazu war die Wettkampfpause nach der frühen Absage der ursprünglich für Ende November und Anfang Dezember vorgesehenen Rennen in Lake Louise und Beaver Creek extrem lang.

Doch davon will sich auch der ebenfalls 31 Jahre alte Sander nicht beirren lassen. Am Ende der vergangenen Saison, in der er im Super-G immerhin zweimal in die Top Ten fuhr und in der Abfahrt zweimal an ihnen kratzte, plagten ihn zwei Sprunggelenksverletzungen, "die ich auskurieren musste", sagte Sander. "Aber seit September bin ich fit."

Neben Ferstl und Sander starten in Val d'Isere noch Romed Baumann, Simon Jocher, Manuel Schmid und Dominik Schwaiger für den DSV. Chancen auf einen der vorderen Plätze hat vermutlich keiner von ihnen. Die Favoriten sind andere. Der Vorjahres-Gesamtweltcupsieger Aleksander Aamodt Kilde (Norwegen) zum Beispiel. Oder der formstarke Allrounder Marco Odermatt (Schweiz), der in den bisherigen Technikwettbewerben der Saison dreimal das Podium erreichte und 2018 sowohl im Super-G als auch in der Abfahrt Junioren-Weltmeister wurde.

"Wir freuen uns sehr auf den Start", betonte Bundestrainer Schwaiger dennoch. Auch ohne den großen Hoffnungsträger.

© dpa-infocom, dpa:201211-99-654400/2

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