Club: Traurige Debütanten

Robert Mak gelang sein erstes Bundesliga-Tor, Philipp Wollscheid schnupperte erstmals Erstliga-Luft. Freuen aber konnten sich beide nicht
von  Abendzeitung
Robert Mak (links) und Philipp Wollscheid  beim Luftkampf mit Lauterns Srdjan Lakic.
Robert Mak (links) und Philipp Wollscheid beim Luftkampf mit Lauterns Srdjan Lakic. © bayernpress

Robert Mak gelang sein erstes Bundesliga-Tor, Philipp Wollscheid schnupperte erstmals Erstliga-Luft. Freuen aber konnten sich beide nicht

NÜRNBERG Zwei Premieren, aber zum Feiern war weder Philipp Wollscheid noch Robert Mak zumute nach dem Desaster gegen Kaiserslautern. Während Innenverteidiger Wollscheid das erste Mal in der Bundesliga zum Zug kam, mochte sich auch Flügelflitzer Mak über sein allererstes Pflichtspieltor im Club-Trikot nicht richtig freuen.

„War ja leider nur das 1:3“, lamentiert Mak. Wäre sein feines Solo mit anschließendem 18-Meter-Hammer der Ausgleich oder gar der Siegtreffer gewesen, hätten sie den bei Manchester City ausgebildeten 19-Jährigen wohl bis jetzt noch nicht eingefangen. „Ich wäre in die Nordkurve gerannt und wäre auf den Zaun gesprungen“, hofft „Robby“, dies möglichst bald nachholen zu können.

Konzentration auf die "einfachen Dinge"

Gerade gegen Lautern hätte sich der gebürtige Saarländer Wollscheid ein anderes Ergebnis bei seinem Profidebüt gewünscht. Wobei er die Rivalität zwischen dem kleinsten Bundesland und den Pfälzern nie so verinnerlicht hat wie beispielsweise Mike Frantz. „Früher habe ich Lautern eigentlich schon gemocht“, verrät der 1,94 Meter lange Schlacks. Auf „die einfachen Dinge“ wollte sich der 21-Jährige nach seiner Einwechslung für den völlig überforderten Dario Vidosic ab der 39. Minute beschränken. „Na ja, zwei, drei Sachen haben mir aber nicht so gefallen“, gesteht Philipp lernwillig.

„Es gibt sicherlich schönere Debüts als so ein Spiel“, weiß Trainer Dieter Hecking. Und fällt zwei unterschiedliche Urteile über seine Premieren-Bubis. „Wollscheid hat in den letzten Wochen und Monaten gezeigt, dass er in der Bundesliga durchaus bestehen kann.“ Was nichts daran ändert, dass Philipp in der Hierarchie noch hinter den Platzhirschen Per Nilsson und Andy Wolf sowie Dominic Maroh nur auf Rang vier geführt wird. Mak, schon vier Mal eingewechselt und erster Joker überhaupt mit Torerfolg in dieser Saison, braucht noch etwas Zeit. „Aber die geben wir ihm“, erklärt Hecking. An Potenzial mangelt es dem slowakischen U21-Kicker definitiv nicht.

"Ich bin immer glücklich, wenn ich spielen darf"

„Ich bin immer glücklich, wenn ich spielen darf, egal, wie lange“, weiß auch Mak, „dass ich noch einiges lernen kann und muss“. Technisch versiert, pfeilschnell, taktisch aber noch nicht ausgereift – so lauten seine Attribute.

Die so unterschiedlichen Premieren von Wollscheid, der in Sachen Aggressivität noch zulegen kann, und Mak zeigen dennoch: Hecking kann beide durchaus ins Feuer werfen – ohne dass er sich dabei die Finger verbrennt. Markus Löser