Biathlet Peiffer sprintet auf Platz zwei: "Hat wehgetan"

Bei den deutschen Biathleten läuft's. Arnd Peiffer wird im Sprint von Kontiolahti Zweiter. Mit seiner neuen Waffe fühlt sich der 33-Jährige gleich wohl. Ein weiterer Deutscher schafft die WM-Norm.
| Von Thomas Wolfer, dpa
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Arnd Peiffer (l) steht neben dem Sprint-Sieger Tarjei Bö auf dem Podest.
Arnd Peiffer (l) steht neben dem Sprint-Sieger Tarjei Bö auf dem Podest. © Antti Aimo-Koivisto/Lehtikuva/AP/dpa
Kontiolahti

Arnd Peiffer brauchte nach seinem Kraftakt zum ersten Podestplatz in diesem Winter einige Minuten, um wieder richtig zu sich zu kommen. "Es hat mir sehr wehgetan auf der letzten Runde", sagte der Biathlon-Olympiasieger nach Rang zwei im Sprint von Kontiolahti.

Entkräftet rang der 33-Jährige aus dem Harz zuvor im Ziel nach Luft, nachdem er sich über zehn Kilometer nur dem ebenfalls fehlerfreien Norweger Tarjei Bö geschlagen geben musste. 13,9 Sekunden fehlten dem Ex-Weltmeister zum ersten Saisonsieg.

"Ich bin froh, dass es am Schießstand so gut geklappt hat. Das freut mich vor allem", sagte Peiffer. Der Routinier, der bei den Winterspielen 2018 in Pyeongchang überraschend Sprint-Gold geholt hatte, steigerte sich nach den Plätzen 17 (Einzel) und sieben (Sprint) am Auftakt-Wochenende erneut. Sicher brachte der älteste Athlet im deutschen Team alle zehn Schüsse ins Ziel und zeigte auf den WM-Strecken von 2015 eine vollauf überzeugende Vorstellung.

"Ich weiß, dass es beim nächsten Rennen schon wieder komplett anders aussehen kann", sagte Peiffer. "Selbstbewusstsein baut sich bei mir eher langsam auf. Ich bin da relativ gelassen und geerdet", sagte der Niedersachse. Aber immerhin: Er schaffte es, Dominator Johannes Thingnes Bö hinter sich zu lassen. Der Gesamtweltcupsieger aus Norwegen wurde mit einem Schießfehler Dritter. Peiffer, der die viertbeste Laufzeit im Feld ablieferte, zeigte dabei sogar eine schnellere Schlussrunde als der Überflieger der vergangenen Jahre.

Peiffer hatte vor der Saison viel riskiert und geht mit einem neuen Gewehrschaft an den Start. Seinen alten hatte er zuvor zehn Jahre lang genutzt, war Weltmeister und Olympiasieger damit geworden. "Ich habe es nicht bereut, das Projekt anzugehen", sagte Peiffer und ergänzte: "Jetzt fühle ich mich richtig wohl damit."

Gerade in den vergangenen zehn Tagen in Finnland habe er das Gefühl gehabt, mit dem im thüringischen Oberhof von Waffenmeister Sandro Brislinger gebauten Gerät, "ein bisschen angekommen" zu sein. Ein kompletter Umbau der Waffe ist bei den sensiblen Schützen ein schwieriges Thema - und kann durchaus auch scheitern.

Doch die deutschen Biathlon-Männer machen in der noch sehr jungen Saison vieles richtig. Nach Rang drei für Erik Lesser im Einzel am vergangenen Samstag war es schon die zweite Podiumsplatzierung im dritten Saisonrennen. Hinter Peiffer wurde Ex-Weltmeister Benedikt Doll (1 Fehler) als Achter nun zweitbester Deutscher. Damit sicherte er sich die Norm für die WM im Februar im slowenischen Pokljuka. "Ich bin sehr, sehr glücklich, dass es für eine Top-Platzierung gereicht hat", sagte Doll: "Wir sind auf einem guten Weg."

Der Thüringer Lesser (2 Fehler) schaffte als 16. ebenfalls ein gutes Ergebnis, auch wenn er mit seiner Schießleistung haderte. Roman Rees (1 Fehler) als 27. und Johannes Kühn (2 Fehler) als 28. holten zudem noch Weltcup-Punkte.

© dpa-infocom, dpa:201203-99-559560/4

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